Die Langenbergkapelle – ein Ort mit reicher Geschichte
Wer sich Großenlüder von Osten nähert, erkennt den Langenberg sofort als markanten Bergrücken. Auf halber Höhe liegt, von Linden umgeben, die Langenbergkapelle, die seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle im religiösen Leben der Bevölkerung spielt.
An der Stelle der heutigen barocken Kapelle stand bereits ein älterer Sakralbau, der vermutlich am Ende des Dreißigjährigen Krieges zerstört wurde. Der Neubau wurde 1682 initiiert, wie eine Inschrift über der Eingangstür belegt. Auftraggeber waren der Zentgraf Peter Petmeck und Pfarrer Johannes Schwartz, wobei Teile der Vorgängerkapelle wiederverwendet wurden. Darauf weisen unter anderem gotische Spitzbögen an den Fenstern sowie ein über der Tür vermauerter Bildstock hin. Auch mehrere Bildstöcke entlang des Weges aus den Jahren 1617 und 1620 sowie eine Wallfahrt im Pestjahr 1645 deuten auf einen früheren Kapellenbau hin.
Die Kapelle ist den Vierzehn Nothelfern geweiht, die in der Volksfrömmigkeit früher eine große Bedeutung hatten. Auf dem Altarbild ist die Madonna zentral dargestellt und von den Vierzehn Nothelfern umgeben.
Um die Kapelle ranken sich mehrere Sagen. Eine erzählt von den „Siewe Born“, kleinen Quellen, die den Nothelfern auf wundersame Weise Wasser spendeten. Eine weitere berichtet von einer heilkräftigen Quelle unter dem Altar, durch deren Wasser ein krankes Kind gesund wurde. Eine dritte Sage erklärt den heutigen Standort der Kapelle: Unsichtbare Hände sollen Baumaterial immer wieder bergab bewegt haben, was als göttliche Weisung gedeutet wurde.
Untrennbar mit der Kapelle verbunden ist das 1874 errichtete Holzkreuz etwa 200 Meter oberhalb.
1975 wurde die Kapelle auf Initiative von Dechant Karl Bott umfassend restauriert.
Bis heute ist sie ein geschätzter Ort für Gottesdienste, Hochzeiten, Taufen und private Andachten. Der Volksglaube sagt, dass Eheversprechen in der Vierzehn-Nothelfer-Kapelle unter einem besonders guten Stern stehen.