Stadt.Land.Kultur. > Großenlüder >

[10] Kaiserstein

Kaiserstein am Langenberg
Ohne Beschreibung
Kaiserstein am Langenberg
Ohne Beschreibung

Beschreibung

Der Kaiserstein am Weinberg

Der langgestreckte Weinberg am Langenberg zwischen Großenlüder und Müs verdankt seinen Namen dem Ortspfarrer Friederich, der dort laut einer Urkunde des Abtes Bertho aus dem Jahr 1269 einen „Weingarten“ von zwölf Äckern anlegen ließ. Später ging dieser Besitz durch Schenkung an das Frauenkloster Blankenau über.

Auf der Anhöhe oberhalb der 14-Nothelfer-Kapelle, nahe dem Kalkwerk Meister, steht ein roh behauener Gedenkstein, der sogenannte „Kaiserstein“. Er trug früher eine schwarze Marmorplatte mit erklärender Inschrift und wurde von der Firma K. u. F. Schmitt aus Großenlüder errichtet. Die Einweihung erfolgte 1913 unter Pfarrer Anton Hillenbrand und Bürgermeister Adam Josef Möller mit Beteiligung von Gemeinde und Kirche.

Der Name „Kaiserstein“ hat nichts mit Kaiser Wilhelm II. zu tun, sondern erinnert an den römischen Kaiser Konstantin den Großen. Konstantin wurde am 27. Februar 274 in Naissus (heute Niš in Serbien) geboren. Seine Mutter war die später heiliggesprochene Kaiserin Helena.

Zur Zeit Konstantins herrschte unter Kaiser Diokletian eine grausame Christenverfolgung, der viele Gläubige zum Opfer fielen. Konstantin selbst war ein erfolgreicher Feldherr und wurde im Jahr 306 in Trier von seinen Soldaten zum Kaiser ausgerufen. Als er wenig später gegen seinen zahlenmäßig weit überlegenen Gegner Maxentius kämpfen musste, wandte er sich in seiner Not an den Gott der Christen.

Der Überlieferung nach sah Konstantin am Himmel ein leuchtendes Kreuz mit der Inschrift: „In diesem Zeichen wirst du siegen.“ Nach einem weiteren Traum ließ er das Zeichen auf die Feldzeichen seiner Truppen bringen und errang am 27. Oktober 312 an der Milvischen Brücke bei Rom einen entscheidenden Sieg. Maxentius kam dabei im Tiber ums Leben.

In der Folgezeit wurde Konstantin zum Förderer des Christentums. Mit dem Mailänder Edikt von 313 beendete er die Christenverfolgung und gewährte den Christen Religionsfreiheit sowie die Rückgabe beschlagnahmter Güter. Dieses Edikt ebnete dem Christentum im Römischen Reich den Weg zur freien Entfaltung und weltweiten Ausbreitung.

Der Kaiserstein erinnert an das 1600-jährige Jubiläum des Mailänder Edikts (313–1913). Konstantin selbst ließ sich – einer damaligen Sitte entsprechend – erst auf dem Totenbett taufen, gilt jedoch als entscheidender Wegbereiter des Christentums.