Die Neubrandenburger Straße erschließt die Altstadt von Stavenhagen von der B104 kommend ab dem Färberteich und endet auf dem Markt. Ein Parkplatz bietet an diesem Eingang zur Altstadt einige Stellplätze, so dass der Markt, der Boulevard und das Schloss zu Fuß schnell zu erreichen sind. Der Ausbau der Straße und des Parkplatzes erfolgte in den Jahren 2000 und 2001 für zusammen 137 T€.
Ein Foto aus dem Stadtarchiv zeigt die Neubrandenburger Straße um 1930. Das historisch verbürgte Gestaltungsprinzip wurde auch beim Ausbau der Neubrandenburger Straße angewendet. Die graue quadratische Gehwegplatte wird – wie auch vielfach in der Stadt – diagonal verlegt. Für die Fahrbahn wurde jedoch Granitkleinpflaster verlegt, da das vorhandene Großpflaster nicht die erforderliche Ebenheit für die Straße bieten konnte.
Im Jahr 2021 wurde in der Neubrandenburger Straße das Gebäude Nr. 6 als städtebaulich bedeutsames Gebäude voll modernisiert. Die Sanierung der straßenseitigen Fassade und des Daches wurde mit Städtebaufördermitteln unterstützt.
Das bisher unscheinbare Gebäude hatte im Jahr 2020 eine neue Eigentümerin gefunden. Ihr gefiel die bereits für den Voreigentümer angefertigte Zielstellung für die Gebäudesanierung ausgesprochen gut. In Form einer Skizze mit textlichen Festlegungen sind die erforderlichen Baumaßnahmen dort dargestellt. Diese sollten nun komplett umgesetzt werden. Lediglich die Farbgestaltung wurde entsprechend der Wünsche der Eigentümerin angepasst. Durch enge Abstimmung zwischen Eigentümerin, Baufirmen, Rahmenplanerin und Baumt ist das Sanierungsziel erreicht worden und das Häuschen zu einer Augenweide in dem Straßenzug geworden.
Als Vorlage für das Gestaltziel diente ein historisches Foto. Darauf war das gründerzeitliche Gebäude mit einem reichhaltigen Fassadenschmuck zu erkennen. Der Gebäudebestand hatte zu der ursprünglichen Gestaltung keinen Bezug mehr. So wurden in der Zeit vor 1990 liegende Fenster eingebaut und die Putzfassade war ohne jeglichen Schmuck.
Bei der Sanierung wurde die neue Glattputzfassade mit profilierten Trauf- und Gurtgesimsen gegliedert. Die 2 liegenden Fenster wurden nun zu stehenden Formaten geändert. Im Obergeschoss sind 3 vierflügelige Fenster mit Stulp und Kämpfer eingebaut worden. Die Öffnungen wurden umlaufend mit profilierten Faschen und mit einer zusätzlichen mittigen Bekrönung versehen.
Das Erdgeschoss hat 2 gleich gestaltete Holzfenster erhalten und eine neue symmetrische Eingangstür mit großem Oberlicht. Der hergestellte Bossenputz und die Kassetten unterhalb der Fenster sind hier Verzierung genug und zusätzliche Faschen waren nicht erforderlich.
Bei der Farbgestaltung wurden die Schmuckelemente zur Betonung farblich heller abgesetzt.
Letztendlich erhielten Fensterbänke und Gesimse noch eine Verblechung mit gerollter Kante als Wetterschutz.
