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[3] Schloss Stavenhagen

Beschreibung

Das Schloss Stavenhagen wurde auf den Grundmauern der alten Burganlage von Ritter Reimbern von Stove errichtet aber nie als Adelswohnsitz genutzt, weshalb man -Schloss- auch in Anführungsstriche setzen könnte.

Ritter von Stove errichtete im 13. Jahrhundert eine Siedlung, für die er Namensgeber war. Aus dem ursprünglichen Ort Stovenhagen entwickelte sich der heutige Name der Reuterstadt. Die Burganlage wurde allerdings im dreißigjährigen Krieg stark beschädigt und verfiel. 1740 wurde auf dem Kellergewölbe, was als “noch gut” bezeichnet wurde ein Schloss errichtet, was ursprünglich als Witwenwohnsitz gedacht war. Allerdings wurde es nie bewohnt, weshalb es dann als Amtshaus genutzt wurde. Es diente dann also als Verwaltungssitz des Domanialamtes mit Wohnungen, Wirtschaftsräumen und Gesindekammern.

Der zweigeschossige Putzbau im Stil des klassischen Barocks besteht aus einem Haupthaus mit elf Achsen, zwei Flügeln und einem Mansarddach. Der runde Treppenturm an der südöstlichen Hofecke wurde erst 1890 angefügt. Später zog das Amtsgericht in die Räumlichkeiten ein. Vom Schloss aus verwalteten Vögte und später Amtsleute die Ländereien Penzlin, Waren und Malchin.

Nach dem zweiten Weltkrieg diente das Schloss als Wohnraum für Übersiedler.
1953 kam es zu Umbaumaßnahmen, danach wurde das Gebäude für schulische Zwecke und später als Freizeitzentrum genutzt. Erst im Jahre 1995 kam es zur Übernahme des Barockschlosses durch die Stadt Stavenhagen. Leider war die ursprüngliche Architektur durch die vielfältige vorangegangene Nutzung stark verschlissen. 1997 entschied sich die Stadt für die Nutzung des Gebäudes als Bürger- und Verwaltungszentrum und ließ es in den nächsten zwei Jahren für drei Millionen Euro rekonstruieren und umbauen. Unter anderem wurde im Zuge dessen ein Aufzug eingebaut um die Räumlichkeiten barrierefrei zu gestalten.

Heute befindet sich im Stavenhagener Schloss der Verwaltungssitz mit einem imposanten Sitzungssaal und das Standesamt, in dem am 9.9.1999 die ersten glücklichen Paare getraut wurden.

Das Schloss ist Hauptschauplatz in Reuters Roman “Ut de Franzosentid”. Im ausgebauten Kellergewölbe befinden sich zwei alte Verliese. Das gesamte Schlossensemble mit Schlosshof, Schlossbergstraße und dem von 2001 bis 2006 sanierten Park mit Schlossmauer ist ein bedeutender Anziehungspunkt und prägend für das Stadtbild.
Der Park lädt mit neu gestalteten Grün- und Pflanzflächen mit Sitzplätzen und einem großen Spielplatz zum Verweilen ein und die Festwiese bietet Platz für große städtische Veranstaltungen.

Im Innern des Schlosses gibt es heute leider nur noch wenig Elemente aus der Ursprungszeit. Insgesamt ist das Gebäude jedoch eines der wenigen Zeugnisse der barocken Bauepoche in der Region, welche noch eine einheitliche Gesamtwirkung ausstrahlt. Mit dem mutigen Entschluss der Stadtvertreterversammlung und des Bürgermeisters in den Neunzigern zur Umnutzung des für die Umgebung so bedeutenden Baudenkmals als Verwaltungssitz, wurde nicht nur die letzte Chance zur Erhaltung für die Nachwelt genutzt, sondern auch weitestgehend die öffentliche Zugänglichkeit gewährleistet.
So können Sie als Besucher auch heute noch Einblicke in die liebevollen Details der barocken Architektur erhalten und genießen.