Die Stavenhagener Wallstraße wurde bereits in den Jahren 2005 und 2006 erneuert. Es entstanden typische zweigeschossige Putz- und Fachwerkgebäude, jeweils mit Toreinfahrt zur Straße, welche auf den Charakter der ehemaligen Ackerbaustadt hinweisen.
Um dies zu unterstützen wurden hier, wie auch in anderen Teilen der Altstadt, Kletterrosen gepflanzt. Die Pflege der Pflanzen wird durch die Grundstückseigentümer übernommen, was zeigt, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bürger funktioniert.
2020 begann der Bau eines Mehrfamilienhauses in der Wallstraße 5c. Hier entstehen elf Wohneinheiten, die 2021 fertiggestellt werden. Ermöglicht wurde dieser Neubau durch die Initiative “Neues Wohnen in der Innenstadt”, eine Initiative des Ministeriums für Arbeit, Bau und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern.
Das Ziel des Projektes ist es, Bauwillige für ein Bauen und Wohnen in der Innenstadt Stavenhagens zu gewinnen. Wichtig ist hierbei das enge Zusammenwirken von zukünftigen Bauherren und Architekten. Nur so kann eine beispielhafte Lückenbebauung entwickelt und umgesetzt werden, die auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten, sowie städtebaulich und architektonisch attraktiv ist. Aus förderrechtlichen Gründen konzentriert sich die Unterstützung dieses Prozesses mit Städtebauförderungsmitteln auf innerstädtische Sanierungsgebiete.
Die Stadtsanierung der letzten 30 Jahre hat viel zur Vitalisierung der „historischen Altstadt“ in Bezug auf das innerstädtische Wohnen beigetragen. Um etwas gegen den Leerstand und hohen Sanierungsbedarf der Anfang der 1990er Jahre vorherrschend war zu tun, wurden mittlerweile stadtbildprägende Häuser umfassend saniert. Dadurch kam es zu einem Zuzug, der dem bestehenden Leerstand schnell entgegenwirkte.
Wenn nicht mehr zu rettende Bausubstanz abgebrochen werden musste, wurde die Bebauung der Lücken mit Unterstützung der Stadt angestrebt. Dies bringt Vorteile für alle: für die Bauherren bietet die Innenstadt eine hohe Wohnqualität, da sich alle benötigten Institutionen und Geschäfte in der Nähe befinden. Kurze Wege machen eine Autonutzung entbehrlich. Für die Stadt entsteht durch die Bebauung von Baulücken neuer hochwertiger Wohnraum, was zu einer Stabilität der Einwohnerzahlen führt. Außerdem nutzen die Anwohner die vorhandene Versorgungsstruktur und unterstützen damit örtliche Händler und Dienstleister.
Das innerstädtische Bauen in Stavenhagen soll einen Beitrag zur Baukultur in MV leisten. Das Ziel ist die Errichtung von Gebäuden mit Altstadtcharme und modernem Gesicht, die auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten und kostengünstig zu errichten sind.
Besonderes Augenmerk gilt dabei innovativen Ansätzen wie dem generationsübergreifenden Wohnen und flexiblen Nutzungsformen. So auch in der Wallstraße 5c.
Drei Architekten aus Mecklenburg-Vorpommern reichten ihre Studie für die Neubebauung der bestehenden Baulücke ein. Nach einer Präsentation der Entwürfe im Bauamt konnte sich Hendrik Haß von der aib-Bauplanung Nord GmbH aus Rostock durchsetzen. Das Gremium bestand hierbei aus den Bauherren, Vertretern des Bauamtes, der Sanierungsträgergesellschaft und der Rahmenplanerin, um zu garantieren, dass für alle Beteiligten der größtmögliche Nutzen erzielt werden kann.
Nach einigen Änderungen in der Planungs- und auch frühen Bauphase, entstand ein zweigeschossiger Bau, der mit Fahrstuhl und schwellenlosen, breiteren Türen sowohl den Faktor eines modernen und barrierefreien Wohnens mühelos erfüllt, als auch mit einer charmanter Fassade, die sich perfekt in die Altstadt einfügt.
