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[1] Reithnerhaus Deuerling

Reithnerhaus Deuerling
Ansicht von Süden mit HerbstasternFoto: Aufleger
Reithnerhaus Stube
Ohne Beschreibung
Reithnerhaus Stube mit hist. Ofen
Die Stube wird als Gastraum bei Veranstaltungen genutzt.Foto: Aufleger
Reithnerhaus Küche
Die Küche mit historischer AusstattungFoto: (c) Aufleger
Reithnerhaus ehem. Stall
Der ehemalige Kuhstall, im Originalzustand erhalten. Foto: (c) Aufleger
Dorfmuseum im 1. Obergeschoß
Im Heimatmuseum ist unter anderem die komplette Einrichtung des letzten Dorfschusters "Johann Obermeier" ausgestellt. Foto: Aufleger
Dorfmuseum im 1. Obergeschoß
Leisten und Maschinen des Dorfschusters, Johann Obermeier. Foto: Aufleger

Beschreibung

Eher klein und unauffällig steht das “Reithnerhaus”, eines der letzten erhaltenen Jurahäuser mit seinem Krüppelwalmdach, in der Regensburger Straße in Deuerling. Das aus dem 19. Jahrhundert stammende typische West-Oberpfälzer Bauernhaus wurde ca. 1848 -1850 von Martin Lanzl erbaut. Dieser erwarb das Grundstück für 400 Florentiner Gulden von seiner Mutter, um dort ein Wohnhaus mit Stall und Hof zu erbauen. Auf dem Katasterplan von 1835 lässt sich erkennen, dass auf dem Grundstück bereits ein Haus gestanden hatte. Im Grundkataster tauchen beim Besitzer Lanzl die Jahreszahlen 1853 und 1854 sowie 1847 und 1850 bei Verträgen auf. Bereits 1850 eröffnete Martin Lanzl mit seiner Gattin Walburga einen Krämerladen im Reithnerhaus, dies erklärt auch eine Besonderheit des Hauses, die 2 Eingangstüren mit einer durchgehenden Flez, wobei die vordere Haustüre extra wegen des Krämerladen eingebaut wurde. 1889 wurde das Anwesen von Joseph und Katharina Reithner erworben. Den Hausnamen “Wölflbaueranwesen” brachte der Gütler von Pittmannsdorf kommend mit und übertrug ihn praktisch auf das Deuerlinger Anwesen. Von Katharina Reithner wurde im Haus eine Kolonialwarenhandlung betrieben. 2001 wurde das Anwesen nach dem Tod der letzten Bewohnerin, vom Verein “Freunde des alten Hauses in Deuerling e.V.” erworben und vor dem drohenden Abriss gerettet.

Ab 2015 wurde das Gebäude unter Beachtung des Denkmalschutzes behutsam saniert. Die aufwändige Instandsetzung des Dachstuhls sowie die Neueindeckung des Krüppelwalmdachs führten zur Fertigstellung der Sanierung des Gebäudes. 

Vom Landkreis Regensburg wurde dem Verein „Freunde des alten Hauses in Deuerling e.V.“ im Jahr 2022 der Kulturpreis des Landkreises verliehen. 

Im März 2025 wurde das Gebäude in die Denkmalliste aufgenommen.