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[9] Fröschburg

Fröschburg
Ohne Beschreibung

Beschreibung

Fröschburg              

In Großenlüder bestanden im Mittelalter drei Burgen, von denen sich keine Überreste sicher nachweisen lassen. Eine Lokalisierung kann eingeschränkt vorgenommen werden. Demnach bildeten diese drei Burgen ein Dreieck und waren jeweils nicht mehr als 200 m voneinander entfernt. Ihre Entstehungszeit liegt im Dunkeln, allein die Ersterwähnung des Adelsgeschlechts der von Lüder zum Jahr 1116 kann als Orientierungspunkt angeführt werden. Zu dem jeweiligen Aussehen und Umfang kann keine Aussage getroffen werden. Die Abgrenzung bzw. Unterscheidung der drei Burgen im Ort in den zeitgenössischen Quellen ist teilweise schwierig, wenn nur allgemein von einer Befestigung die Rede ist. 
Eine dieser dreien ist die Fröschburg, auch Vorderburg und ab 1667 ebenso Dechantsburg genannt, die aber wohl eher als deren Nachfolgebau anzusprechen ist. Ihre Ersterwähnung stammt aus dem Jahr 1394. Zu diesem Zeitpunkt ist sie Ganerbenburg der von Lüder und deren Nebenlinien, den Lüder zu Müs und Lüder zu Loßhausen. Lehensherr ist die Fürstabtei Fulda, die sich hierbei ein Öffnungsrecht erstritt. Ab 1452 sind ebenso die von Boyneburg Anteilseigner an der Burg. 1667 kommt sie durch Verkauf größtenteils an das Stift Fulda. Wegen Baufälligkeit kam es damals zu einem zumindest teilweisen Abriss und zur Errichtung neuer Gebäude (=Dechantsburg). 1724 wird die Burg mit einer neuen Mauer umgeben. Bereits 1768 ist die Anlage abermals baufällig und es kommt wiederum zu nicht näher zu spezifizierenden Umbauten. 1937 wird sie an die Gemeinde Großenlüder verkauft, die es bis 1976 als Oberförsterei nutzte. Danach wurde das Gebäude abgerissen und 1978 an dieser Stelle - eventuell auf dessen Grundmauern - das heute zu sehende, historisierende Gemeindehaus errichtet, welches von der Kolpingfamilie Großenlüder genutzt wird. (Thorsten Sonnemann)