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[5] Alte Schulstraße mit Nr. 7, Nr.11, Nr.15 und Nr. 17

Beschreibung

Die Alte Schulstraße ist einer der markantesten Straßenzüge der historischen Altstadt der Reuterstadt. Sie verbindet den historischen Stadtkern – Kirche / Kirchplatz / Marktplatz – über den anschließenden Tannenweg mit der freien Landschaft im Süden der Altstadt. Vor der Sanierung war die Straße in einem äußerst desolaten Zustand. Historische Materialien waren kaum noch vorhanden.

Die Umgestaltung der Alten Schulstraße erfolgte in den Jahren 1997/1998. Dabei wurde das in der gesamten Altstadt vorzufindende Gestaltungsprinzip der Straßen (Gehsteig – Bord – Fahrbahn – Bord – Gehsteig) beibehalten. Auf der westlichen Straßenseite kann geparkt werden.

Die brüchigen Spurplatten der Fahrbahn wurden durch ein Natursteinpflaster ersetzt. Im Gehweg wurde eine quadratische graue Gehwegplatte diagonal verlegt. Die sog. Bischofsmützen als Randabschluss des Gehweges sind teilweise bündig zum Bord angeordnet, teilweise ist zwischen Bord und Gehsteig kleinteiliges Findlingspflaster vorhanden. Für die Zufahrten wurde Granitkleinpflaster verwendet. Auf diese Weise wurde durch den Einsatz von vielfältigen edlen Materialen die verlorengegangene historische Identität der Straße zurückgewonnen.

Bäume waren allerdings in den Straßen der mittelalterlichen Stadt nicht typisch. Daher hat die Stadt Stavenhagen Maßnahmen zur Stadtbegrünung getroffen. So hat z.B. die Pflanzaktion „Kletterrosen“ aus dem Jahr 2003 ihre Wirkung im Stadtbild nicht verfehlt. Einige Exemplare der Kletterrosen haben sich prächtig entfaltet und verschönern nicht nur die Alte Schulstraße Nr. 11.

Neben der eigentlichen Straßensanierung wurden in den letzten Jahren außerdem städtebaulich bedeutende Gebäude in der Alten Schulstraße saniert. Insbesondere sind hier die Fassadensanierungen der Häuser Nr. 15 und 17 aus den Jahren 2014/2015 zu nennen, sowie die der Häuser Nr. 7 und 11 aus den Jahren 2016 bis 2018.

Das Wohnhaus Alte Schulstraße 17, als ebenfalls städtebaulich bedeutsames Gebäude, liegt südwestlich der Kirche. Bereits im November 2013 wurde das bemooste Dach neu eingedeckt. Undichtheiten wurden beseitigt, der Giebel verkleidet und eine Holzbrettschalung aus Lärchenholz wurde installiert. In einem zweiten Schritt wurden dann ab Herbst 2014 bis zum Frühjahr 2015 Fenster, Fassade und Haustür in Stand gesetzt. Besonders schön ist, dass hierbei das historische Fachwerk im Obergeschoss des Gebäudes wieder zum Vorschein kam. Im Obergeschoss wurden 4 vierflügelige Fenster mit Kämpfer und Stulp und im Untergeschoss 2 viergeteilte Fenster eingebaut. Die Fassade wurde mit Feinputz, Gurtgesims und Faschen versehen. Fenster und Tür erhielten eine plastische Rahmung. Die vorhandene Haustür wurde durch eine neue einflüglige Hauseingangstür mit Oberlicht ersetzt.

Das denkmalgeschützte Gebäude Alte Schulstraße 15 ist ein für diese Straße und die gesamte Altstadt typisches Gebäude. In der Zeit von August 2014 bis Januar 2015 wurden in Abstimmung mit der Denkmalbehörde der repräsentative Eingang, das Dach und die gegliederten Fenster saniert. Nachdem das Dach zunächst neu gedämmt wurde, konnte es mit kleinformatigen, naturroten Tonziegeln neu gedeckt und seitlich verblecht werden. Die Haustür bekam ein Oberlicht und wurde durch eine Tür in nussbraun ersetzt. Farblich passend, wurden auch die vierflügeligen Holzfenster in nussbraun gestaltet. Wie auf den Bildern zu sehen ist, wurde das gesamte Gebäude durch die Sanierungsmaßnahme bedeutend aufgewertet.

Die Alte Schulstraße Nr. 11 ist ein zweigeschossiges Wohnhaus mit fünfachsiger Fassadengliederung und wurde wahrscheinlich noch in der Gründerzeit errichtet. Die vielen noch ursprünglich erhaltenen Elemente des Gebäudes wurden von November 2017 bis Juli 2018 saniert. Die historische Hauseingangstür mit ihren schönen Schmuckelementen konnte dabei glücklicherweise erhalten bleiben. Die Fenstererneuerung erfolgte im November 2017 durch vierflügelige Fenster mit Kämpfer und Stulp in Holz und einem echten Stichbogen. Die Außentreppe wurde abgebrochen und aus Granitblockstufen neu errichtet. Die Fassade wurde als Glattputzfassade renoviert. Hierbei wurde das ursprüngliche Gurt- und Traufgesims erhalten und profiliert erneuert. Faschen wurden in einer Breite von 10 cm aufgeputzt und unterhalb der neuen Granitfensterbänke ist ein schmückendes Profil angebracht worden. Die Vorher-Nachher-Fotos belegen die gelungene handwerkliche Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen, sodass die stolze Bauherrin am 27.07.2018 vom Bauamt die Sanierungsplakette entgegennehmen konnte.

Wie auf dem alten Foto zusehen ist, ist die Alte Schulstraße Nr. 7 ein Gebäude mit historischer Bedeutung. Bereits 1884 gründete hier der damalige Pastor Zander die „Herberge zur Heimath“. Nachdem die Eigentümer im Juni / Juli 2016 alle Fenster der Straßenfassade auf eigene Kosten erneuert haben, wurde im August / September mit dem Putzen der Fassade die äußere Gebäudesanierung abgeschlossen. Die Fassade wurde durch einen Glattputz neu gestaltet und durch Trauf- und Gurtgesims gegliedert. Diese Maßnahme wurde – wie bereits die neue Dacheindeckung im Jahr 2011 – durch Fördermittel unterstützt. Zu guter Letzt wurden mit aufgesetzten Fenster- und Türfaschen, sowie profilierten Sohlbänken weitere Schmuckelemente hinzugefügt.