Wenn es wieder Sommer wird, dann ziehen Rasenmäher ihre Runden. Auch im Kunsthaus Zug: Innerhalb eines abgesteckten Raums, den ein Roboter-Rasenmäher vermessen wird auf nacktem Grund. Wo ein Rasenmäher ist, aber kein Rasen, da kann Roman Signer nicht weit sein. Ihm ist in den Räumen des Hauses und darüber hinaus eine zweite grosse Einzelausstellung nach jener im Jahr 2009 gewidmet. Es ist dies ein weiterer Schritt in einer langjährigen Zusammenarbeit. Die ‹Seesicht›, Signers architektonische Skulptur an prominenter Lage am Zuger Seebecken, ist zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Mit grosszügigen Schenkungen des Ehepaars Christine und Peter Kamm und des Künstlers selbst, darf das Kunsthaus Zug die umfassendste Signer-Sammlung zu seinen Schätzen zählen. Damit ist die Ausstellung Teil des Projekts Sammlung, mit dem das Kunsthaus Zug langjährige Zusammenarbeiten mit internationalen Künstlern anstrebt fernab monetärer Anreize, sie begleitet und betreut. Wenn also im Sommer der Rasenmäher seine Bahnen ziehen wird im Museum, und ein Glöcklein darauf warten wird, von ihm getroffen und angestossen zu werden, dann ist es vielleicht in der spielerischen, nie aber plakativen Manier Signers das letzte Glöcklein, das da läutet. Vielleicht ist es auch eins, das wachklingeln soll. Erst die Betrachtenden machen aus dem Rasenmäher Kunst. Signers Werke kommen immer etwas unterbestimmt daher. Sie erklären sich gerade so weit, dass es unsere Fantasie anzuregen vermag. Seine Skulpturen sind seine Worte, wie er sagt: Ein Rasenmäher und ein Stuhl, ein Stiefel, ein Schirm und ein Kajak. In immer neuen Kombinationen entwickelt er prozesshaft Bausätze weiter zu neuen Werken. Aus den Worten werden immer neue Sätze. Damit diese funktionieren, braucht es bisweilen Wasser, Wind, Feuer oder Sand; immer braucht es die Gedankenwelt der Betrachtenden, die den Blick des Künstlers auf das Absurde am menschlichen Dasein freilegt. Es sind neue, in der Schweiz nie präsentierte Arbeiten, die in Zug zu sehen sein werden. Und es sind die eher stillen Aspekte im Schaffen, die gezeigt werden wollen. Wer den Sprengstoff-Signer mag, wird in diesen neuen Arbeiten seinen Humor wiederfinden, selbst wenn der leise daherkommt. Das Spektakel nämlich ist nur ein Aspekt, der konzeptionelle Überbau ist ein weiterer. Hinzu kommt eine zarte Poesie, die an die Grundfesten des Menschseins rührt.
25. May 2019 - 00:00
Dorfstrasse 27
Zug
6301
Schweiz

Aktueller Termin von "Kunsthaus Zug "

Roman Signer - Projekt Sammlung (5): Neue Skulpturen, Videos und Installationen

25. May 2019 - 00:00 – 15. Sep 2019 - 00:00
Kunsthaus Zug

Wenn es wieder Sommer wird, dann ziehen Rasenmäher ihre Runden. Auch im Kunsthaus Zug: Innerhalb eines abgesteckten Raums, den ein Roboter-Rasenmäher vermessen wird auf nacktem Grund.
Wo ein Rasenmäher ist, aber kein Rasen, da kann Roman Signer nicht weit sein. Ihm ist in den Räumen des Hauses und darüber hinaus eine zweite grosse Einzelausstellung nach jener im Jahr 2009 gewidmet. Es ist dies ein weiterer Schritt in einer langjährigen Zusammenarbeit. Die ‹Seesicht›, Signers architektonische Skulptur an prominenter Lage am Zuger Seebecken, ist zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Mit grosszügigen Schenkungen des Ehepaars Christine und Peter Kamm und des Künstlers selbst, darf das Kunsthaus Zug die umfassendste Signer-Sammlung zu seinen Schätzen zählen. Damit ist die Ausstellung Teil des Projekts Sammlung, mit dem das Kunsthaus Zug langjährige Zusammenarbeiten mit internationalen Künstlern anstrebt fernab monetärer Anreize, sie begleitet und betreut.
Wenn also im Sommer der Rasenmäher seine Bahnen ziehen wird im Museum, und ein Glöcklein darauf warten wird, von ihm getroffen und angestossen zu werden, dann ist es vielleicht in der spielerischen, nie aber plakativen Manier Signers das letzte Glöcklein, das da läutet. Vielleicht ist es auch eins, das wachklingeln soll. Erst die Betrachtenden machen aus dem Rasenmäher Kunst. Signers Werke kommen immer etwas unterbestimmt daher. Sie erklären sich gerade so weit, dass es unsere Fantasie anzuregen vermag.
Seine Skulpturen sind seine Worte, wie er sagt: Ein Rasenmäher und ein Stuhl, ein Stiefel, ein Schirm und ein Kajak. In immer neuen Kombinationen entwickelt er prozesshaft Bausätze weiter zu neuen Werken. Aus den Worten werden immer neue Sätze. Damit diese funktionieren, braucht es bisweilen Wasser, Wind, Feuer oder Sand; immer braucht es die Gedankenwelt der Betrachtenden, die den Blick des Künstlers auf das Absurde am menschlichen Dasein freilegt.
Es sind neue, in der Schweiz nie präsentierte Arbeiten, die in Zug zu sehen sein werden. Und es sind die eher stillen Aspekte im Schaffen, die gezeigt werden wollen. Wer den Sprengstoff-Signer mag, wird in diesen neuen Arbeiten seinen Humor wiederfinden, selbst wenn der leise daherkommt. Das Spektakel nämlich ist nur ein Aspekt, der konzeptionelle Überbau ist ein weiterer. Hinzu kommt eine zarte Poesie, die an die Grundfesten des Menschseins rührt.

Infos:
http://www.kunsthauszug.ch/