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[101] TSV Hirsau und die Frauen

Kurpark Hirsau
Copyright-Hinweis: Eberhard Bantel

Beschreibung

TSV und die Frauen
Der Turnverein Hirsau (TSV) hat bereits die älteste Turnhalle Württembergs genutzt. Frauen waren stets willkommen und hatten in verschiedenen Sportarten einen hohen Stellenwert. Bis heute bietet der Verein viele sportliche Möglichkeiten für Jüngere und Ältere..

Turn- und Sportverein Hirsau (TSV)

Im Jahr 1879 wurde der TSV aus der bestehenden Bürgerwehr 1849 heraus ins Leben gerufen und führte die Tradition der Turner-Gemeinschaft fort, die schon 1816 gegründet wurde. Schon damals wurde bei schlechtem Wetter das ehemalige klösterliche Wagenhaus genutzt, daher gilt es als älteste Turnhalle Württembergs. Wenn es aber ging, war man im Freien, entweder auf dem Klosterareal, oder auf dem Viehhof, dem späteren Aureliusplatz vor dem Rathaus.

Frauensport

Zeitgleich mit Einführung des Frauenwahlrechts bildete sich 1919 eine Frauenriege. Auch in Ernstmühl gab es früh Badenixen in einem eigenen Sportverein, der im Zuge der Eingemeindung 1920 sich mit dem TSV zusammenschloss. 1921 war der Verein der stärkste im Turngau. 1926 wurde eine eigene Schwimmabteilung gegründet, wobei sich der Badeplatz im Fluss Nagold befand, oberhalb des Bockstegs. Wenn es das Wetter erlaubte, wurde im Freien geturnt. Das Bild zeigt die Frauenriege im Kurpark vor dem Kurhaus, das noch als offene Wandelhalle gestaltet war. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Verein zunächst durch die französische Besatzung aufgelöst, aber 1949 konnte das Frauenturnen wieder ins Leben gerufen werden. Viele wechselten mit der Zeit zu Tischtennis oder Handball. Auch vollzog sich der Wandel vom Feld- zum Hallenhandball. Frauen fanden zunehmend Gefallen an Tennis als Mannschaftssport, so dass sich eine Frauenmannschaft formierte. Der Bau eines Tennisheims wurde vorangetrieben und konnte 1979 vollendet werden. Im Jubiläums-Jahr 2004 wies der Verein 612 Mitglieder auf.

Turnhalle im Wandel

Mit viel Eigenengagement der Mitglieder und finanzieller Unterstützung der Gemeinde sowie einiger Sponsoren konnte der langgehegte Wunsch verwirklicht werden, selbst eine Turnhalle zu besitzen. 1933 war es dann endlich soweit; die vereinseigene Sporthalle konnte als reine Holz-Konstruktion mit einem Schauturnen eingeweiht werden. Beheizbar war sie nicht. Dies änderte sich erst 1951, als dichte Fenster eingebaut, eine Decke eingezogen und die Wandverkleidung angebracht wurde. 30 Jahre lang war sie Trainingsort für viele Sportarten und Spiellokal für die aktiven Tischtennisspieler. 1979 konnte die nach der Eingemeindung in die Stadt Calw gebaute größere Turnhalle nebenan bezogen werden. Bis heute bietet der Verein eine bunte Mischung verschiedener Sportangebote für Jung und Alt beiderlei Geschlechts an.