Sonderausstellung im Fritz-Reuter-Literaturmuseum vom 20. Oktober bis 1. Dezember 2019. Zur Vernissage am 20. Oktober um 15 Uhr mit dem Laudator Günter Höhne, Kulturpublizist aus Berlin, laden wir Sie recht herzlich ein. Werner Zimmer war sein Leben lang Radio-Journalist, arbeitete im öffentlich-rechtlichen Hörfunk in Berlin und Brandenburg. Mit Worten schuf er Hörbilder: als Moderator, als Reporter, als Autor von Radiosendungen. Dass er auch Bilder auf Papier zaubern konnte, hatte er lange Zeit vergessen. Mit dem Abiturzeugnis in der Tasche wusste er nicht genau, wohin es beruflich gehen sollte. Eine Bewerbungsmappe mit Skizzen und Bildern landete an der Hochschule für Grafik und Buch-kunst, die zweite mit Texten bei der Sektion Journalistik an der Karl-Marx-Universität, beide in Leipzig. Die Zusage von der Universität kam zuerst. Es ist einem Freund, einem Karikaturisten, zu verdanken, dass Werner Zimmer sein Talent, mit Feder und Farbe umzugehen, später neu entdeckte. Das war im Sommer 1987, in der Uckermark, bei ersten gemeinsamen Mal-Versuchen mit dem Profi-Künstler. Von da an wurde Zeichnen und Malen für ihn zur zweiten Mitteilungs-Leidenschaft. Feder und schwarze Tusche hielten den Prenzlauer Berg fest. Die verschachtelten Hinterhöfe, die ruinösen Fassaden, hinter denen sich buntes Leben von Jung und Alt abspielte. Die Zeichnungen sind heute historisch, sie erzählen von einer Zeit, die Geschichte ist. Nach dem Herbst '89 wurde das Viertel um den Kollwitzplatz augengefällig saniert. Die einstigen Bewohner gibt es nicht mehr. Geliebt und oft gemalt wurde die See, die Insel Rügen, die weite Landschaft Mecklenburgs. Im Jahr 2002 zog Werner Zimmer nach Grischow, in das älteste Haus des Ortes. Es wurde sein Mal-Ort. Hier gab es Zeit und Ruhe. Pfingsten, zu »Kunst offen«, war er unterwegs – bei den »wirklichen« Künstlern und solchen wie er, Freizeitmalern eben. Sie machten ihm Mut, sich und seine Bilder öffentlich zu zeigen. Das wollte er nun. Doch der Krebs kam dazwischen. Seine Kraft reichte nicht mehr aus, nicht mehr fürs Malen, nicht für eine Ausstellung. Jetzt, drei Jahre nach seinem Tod, wird sie posthum gezeigt. Im Fritz-Reuter-Literaturmuseum. Hier gehört sie hin, denn hier in der Region fühlte er sich gut.                                                                             Gisela Zimmer                       
20. Oct 2019 - 15:00
Markt 1
Stavenhagen
17153
Germany

Current event for "Fritz-Reuter-Literaturmuseum"

Hauptsache Kreide und Feder - Mecklenburg, Meer- und Stadtlandschaften von Werner Zimmer

20. Oct 2019 - 15:00 – 01. Dec 2019 - 17:00
Fritz-Reuter-Literaturmuseum

Sonderausstellung im Fritz-Reuter-Literaturmuseum vom 20. Oktober bis 1. Dezember 2019.
Zur Vernissage am 20. Oktober um 15 Uhr mit dem Laudator Günter Höhne, Kulturpublizist aus Berlin, laden wir Sie recht herzlich ein.

Werner Zimmer war sein Leben lang Radio-Journalist, arbeitete im öffentlich-rechtlichen Hörfunk in Berlin und Brandenburg. Mit Worten schuf er Hörbilder: als Moderator, als Reporter, als Autor von Radiosendungen. Dass er auch Bilder auf Papier zaubern konnte, hatte er lange Zeit vergessen. Mit dem Abiturzeugnis in der Tasche wusste er nicht genau, wohin es beruflich gehen sollte. Eine Bewerbungsmappe mit Skizzen und Bildern landete an der Hochschule für Grafik und Buch-kunst, die zweite mit Texten bei der Sektion Journalistik an der Karl-Marx-Universität, beide in Leipzig. Die Zusage von der Universität kam zuerst.
Es ist einem Freund, einem Karikaturisten, zu verdanken, dass Werner Zimmer sein Talent, mit Feder und Farbe umzugehen, später neu entdeckte. Das war im Sommer 1987, in der Uckermark, bei ersten gemeinsamen Mal-Versuchen mit dem Profi-Künstler. Von da an wurde Zeichnen und Malen für ihn zur zweiten Mitteilungs-Leidenschaft. Feder und schwarze Tusche hielten den Prenzlauer Berg fest. Die verschachtelten Hinterhöfe, die ruinösen Fassaden, hinter denen sich buntes Leben von Jung und Alt abspielte. Die Zeichnungen sind heute historisch, sie erzählen von einer Zeit, die Geschichte ist. Nach dem Herbst '89 wurde das Viertel um den Kollwitzplatz augengefällig saniert. Die einstigen Bewohner gibt es nicht mehr.
Geliebt und oft gemalt wurde die See, die Insel Rügen, die weite Landschaft Mecklenburgs. Im Jahr 2002 zog Werner Zimmer nach Grischow, in das älteste Haus des Ortes. Es wurde sein Mal-Ort. Hier gab es Zeit und Ruhe. Pfingsten, zu »Kunst offen«, war er unterwegs – bei den »wirklichen« Künstlern und solchen wie er, Freizeitmalern eben. Sie machten ihm Mut, sich und seine Bilder öffentlich zu zeigen. Das wollte er nun.
Doch der Krebs kam dazwischen. Seine Kraft reichte nicht mehr aus, nicht mehr fürs Malen, nicht für eine Ausstellung. Jetzt, drei Jahre nach seinem Tod, wird sie posthum gezeigt. Im Fritz-Reuter-Literaturmuseum. Hier gehört sie hin, denn hier in der Region fühlte er sich gut.
                                                                            Gisela Zimmer                       

Infos:
http://www.fritz-reuter-literaturmuseum.de