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Ausstellung - Prinz Maximilian zu Wied (1782-1867) - Ein rheinischer Naturforscher in der Alten und Neuen Welt

Roentgen-Museum Neuwied 08. Sep 2017

Vor 150 Jahren verstarb in Neuwied der bedeutende Naturforscher und Völkerkundler Prinz Maximilian zu Wied. 1782 als jüngerer Sohn des Erbgrafen und späteren Fürsten Friedrich Carl zu Wied-Neuwied und der Gräfin Luise zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg auf Schloss Neuwied geboren, widmete er sich schon in jungen Jahren neben der Jagd und seinem Militärdienst als preußischer Offizier dem Selbststudium der Geographie, Naturgeschichte und Völkerkunde. Ein kurzes Studium 1811/12 an der Universität in Göttingen vertiefte seine Kenntnisse.

Seine erste Forschungsreise brachte ihn 1808 in die Schweiz, nach Norditalien und Savoyen. 1815 begab sich Prinz Maximilian, wohl auf Empfehlung von Alexander von Humboldt und begleitet von dem Jäger David Dreidoppel und dem Gärtner Christian Simonis, über Holland und London mit dem Schiff nach Rio de Janeiro. Dort begann seine zweite, fast zweijährige Expedition von über 1.400 km durch Brasilien. Über die Bucht von Rio de Janeiro ging es nordwärts durch die Urwälder und Gebiete der Indianerstämme der Puris, Coroados und Coropos, der Botokuden, Pataxó, Machacarias und Camacáns. Von Salvador da Bahia aus kehrte Prinz Maximilian 1817 nach Neuwied zurück.

Viele Sammlungsstücke brachte er mit. Seine zahlreichen Zeichnungen dienten als Vorlage für die Kupferstiche, die mit seinem für die Wissenschaft bedeutenden brasilianischen Reisewerk 1820/21 veröffentlicht wurden.

Eine dritte Expedition brachte den Prinzen 1832-1834 nach Nordamerika, wo er gemeinsam mit seinem Jäger David Dreidoppel und dem Schweizer Maler Karl Bodmer entlang des Mississipi auf zahlreiche Indianerstämme traf und Gelegenheit hatte, sich mit deren Kulturen auseinanderzusetzen. Bodmers Aquarelle waren Vorlage für die Kupferstiche in Maximilians Nordamerika-Reisewerk, einem „Prachtwerk, dem Ähnliches in Deutschland nicht vorausgegangen ist“ (Brockhaus 1853).

In späteren Jahren publizierte der Prinz zahlreiche natur- und völkerkundliche Beiträge und erhielt eine Fülle von in- und ausländischen Ehrungen. Viele Tiere und Pflanzen wurden nach ihm benannt. Die Korrespondenz und der Besuch von bedeutenden Wissenschaftlern ließen Neuwied zu einer Anlaufadresse der gelehrten Welt werden.

Prinz Maximilian zu Wied starb 84jährig am 3. Februar 1867 in Neuwied. Die bereits ein Jahr später in Erwägung gezogene Errichtung eines Denkmals konnte erst Ende des 20. Jahrhunderts neben dem Neuwieder Schloss verwirklicht werden. Allgemein bekannt ist, dass sein Nordamerika-Reisewerk zur Standardlektüre Karl Mays bei der Vorbereitung seiner Indianerromane zählte. Karl Bodmers Indianerbilder dienten später sogar als Vorlage für Hollywood-Verfilmungen.

Die in der Ausstellung im Roentgen-Museum präsentierten Objekte konnten dank des großzügigen Entgegenkommens der Leihgeber zusammengetragen werden, darunter das Fürstliche Haus Wied, die Brasilien-Bibliothek der Robert Bosch GmbH Stuttgart, das Linden-Museum Stuttgart, das Schlossmuseum Braunfels sowie einige Privatsammler.

Mit diesen ausgestellten Kostbarkeiten erinnert das Roentgen-Museum an die beeindruckenden Reisen des Prinzen Maximilian zu Wied, dessen Forschungsergebnisse bis auf den heutigen Tag immer wieder bei natur- und völkerkundlichen Fragen herangezogen werden.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie auf www.roentgen-museum-neuwied.de.

 

Über das Museum

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