Die ausgedehnten wildreichen Wermsdorfer Wälder regten Kurfürst Christian II. an, in den Jahren 1607 - 1610 auf dem Gelände eines alten Rittergutes das erste Jagdschloß bauen zu lassen. Auf Befehl des Kurfürsten Johann Georg I. wurde es von 1617 - 1627 im Stil der Renaissance um- und ausgebaut. Baumeister Simon Hoffmann gab dem Schloss seine heutige Gestalt.
Drei unregelmäßige Flügel bilden den Hof, zahlreiche Giebel beleben wirkungsvoll die Fassaden. Besondere Zierde ist ein Erker mit kunstvollen Sandsteinarbeiten.
Ein achteckiger Treppenturm mit Laterne und geschweifter Haube trennt beide Hauptflügel. Der Turm gliedert sich nicht symmetrisch, doch aber harmonisch in die Giebelreihe ein.
1698 übergab Kurfürst August der Starke seinem Statthalter, Fürst Anton Egon von Fürstenberg, das Schloss mit dem Auftrag, die hiesigen Wälder für die Parforcejagd (Hetzjagd) einzurichten. Nach dem Tode Fürstenbergs 1716 übernahm August der Starke das Schloss mit gesamter Jagdeinrichtung, um es für den Kurprinzen weiter ausbauen zu lassen.
Mit dem Bau der Hubertusburg verlor das Alte Jagdschloß seine Bedeutung. Nachdem es fast 150 Jahre verschiedene Verwaltungen beherbergte und Unterkünfte für Bedienstete bot, übernahm im Jahre 1873 König Albert das Schloss und ließ es wieder für seine Hofjagden einrichten.
Nach der Fürstenenteignung 1918 wurde das gesamte Mobiliar nach Moritzburg verbracht oder versteigert. Aus den Räumen entstanden überwiegend Wohnungen.
Im Jahre 1934 zog die Sächsische Reit- und Fahrschule von Leisnig in das Alte Jagdschloß um.
Heute befinden sich im Alten Jagdschloß die Gemeindeverwaltung, das Standesamt sowie die Touristinformation.
Der Westflügel wurde 2021 - 2023 saniert. Die Farbgebung der Fassade orientiert sich an alten Befunden und strahlt wieder im Stil der Renaissance.