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[4] Rother Ochse

Beschreibung

Der “Rothe Ochse” - ein Fachwerkbau mit großem Torbogen - entstand 1738 und war eine Schankwirtschaft mit Ausspanne. Später wurde er als Quartier für Reisende umgebaut, da mit dem Bau der kursächsischen Poststation und nach Verlegen fast des gesamten Verkehrs zwischen Leipzig und Dresden über Wermsdorf eine Gast- und Beherbergungsstätte in unmittelbarer Nähe der Poststation notwendig geworden war. Mit wachsendem Verkehr reichten die Räume in der Poststation nicht mehr aus.

Der Hofmetzger zu Hubertusburg, Gottlieb Rupert, der das Anwesen 1738 gekauft hatte, erwarb das “Gastierungs-, Ausspanne- und Beherbergungsrecht” für sein Gut und gab dem Gasthof den Namen, den er bis zuletzt trug. 

Von 1773 bis kurz vor dem 1. Weltkrieg war die Familie Würgau Besitzer des "Rothen Ochsen". 

Einer Überlieferung nach soll der Franzosenkaiser Napoleon Bonaparte bei seinem Durchzug zur Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813 Einkehr gehalten haben. Das stand auf einer Tafel an der Säule im Gastzimmer. Nachprüfbar ist dieses Ereignis nicht - aber es ist auch nicht unwahrscheinlich.

Diese althistorische Gaststätte mit dem gut erhaltenen Fachwerk wird heute nicht mehr als gastronomische Einrichtung genutzt. Es befinden sich Wohnungen und Büroräume darin.