Die einstige Hauptkirche von Vöhringen, ursprünglich zu Ehren unserer Lieben Frau und des Hl. Michael geweiht, birgt im Mauerwerk des Turms noch Reste aus dem 13. Jahrhundert, während der Neubau aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammt. Im Inneren wurde die Kirche in den folgenden Jahrhunderten mehrfach umgebaut, was häufig auch mit kleinen Eingriffen in die Fassade verbunden war.
Der Kirchenraum ist als Hallenkirche gestaltet und beeindruckt durch seine spätbarocke Ausstattung. Die Decken- und Emporengemälde schuf 1793 der bekannte Donauwörther Maler Joseph Anton Wunder (1730–1799). Der Hochaltar aus dem Jahre 1777 besticht durch seine Gestaltung aus der Spätphase des Rokokos. Die ältere barocke Marienfigur ist vermutlich dem früheren Hochaltar entnommen. Die beiden Seitenaltäre von 1794 passen sich dem Gesamteindruck gelungen an. Die Kirche spiegelt die Geschichte des Dorfs als charakteristisches Beispiel einer schwäbischen Landkirche wider. Das kurbayerische Wappen im Scheitel des Hochaltarauszugs erinnert an die Ortsherrschaft, die Herrschaft Illertissen, zu der Vöhringen gehörte. Diese war 1757 von Joseph Vöhlin an Kurfürst Max III. Joseph von Bayern verkauft worden.
Im Mittelfeld der Emporenbrüstung befindet sich ein Gemälde der für ländliche Gemeinden so wichtigen Bauernheiligen Notburga, vor einer realistischen ländlichen Szenerie mit Bauerngehöft, Dorf und Kirche im Hintergrund. Dargestellt ist das Sichelwunder, als Notburga bei der Getreideernte ihre Sichel in den Himmel warf und diese an einem Sonnenstrahl hängen blieb. Der Bauer erschrak und ließ die Magd zur Abendmesse ziehen.
Mit dem Bevölkerungszuwachs und der Zunahme der Gläubigen wurde das Gotteshaus zu klein und 1915 durch die neue Kirche ersetzt, auf die das Patrozinium der alten Kirche St. Michael übertragen wurde.










