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[12] Katholische Pfarrkirche St. Martin Illerberg

Beschreibung

Der Vorgängerbau der heutigen Kirche in Illerberg, ein spätgotischer Bau, der uns mit Ausnahme des Turms nur in Teilen erhalten blieb, ist nicht weiter bekannt und musste um 1688/90 einem barocken Neubau weichen. Die einzigartige Lage der Kirche, im Westen des Orts auf einer Bergzunge des Illertalhangs, wird ihrer kunsthistorischen Bedeutung gerecht. Von außen ein schlichter weißer Baukörper, im Inneren eine geschichtsträchtige Pracht, die aus verschiedenen Zeiten stammt: Hochbarock, früher Klassizismus und Neubarock wechseln sich hier ab. Außerhalb der Region nur wenigen Kunstfreunden bekannt, verweist sie auf die reichen Kirchenpfründe, die mit der Illerberger Kirche verbunden waren.

Ihre erste barocke Ausgestaltung (1690–1694) war geprägt durch den aus Wessobrunn stammenden Architekten und Stuckateur Johann Schmuzer (1642–1701), hier ist besonders auf die stuckverzierte Kanzel zu verweisen. Ihr folgte ab 1806 eine klassizistische Neugestaltung unter der Federführung des Ortsgeistlichen und Dekans Dr. Christoph von Zwerger, der über 50 Jahre die Geschicke der Kirchengemeinde in aufgeklärter Form prägte. Gestalterisch stand ihm der Weißenhorner Maler Konrad Huber (1752–1830) zur Seite, der für die Kirche einmalige Kunstwerke schuf. Im Rahmen des Umbaus zwischen 1939 und 1949 wurde vor allem der Hochaltar neu geschaffen und die beiden Seitenaltäre verändert. Die Pfarrkirche St. Martin gehört heute zu den bedeutendsten Kunstwerken der Stadt Vöhringen und regt immer wieder zu einem Besuch an.

Auf der historischen Aufnahme ist im Vordergrund der 1780 erbaute zweigeschossige herrschaftliche Pfarrhof mit Walmdach zu sehen. Das gesamte Ensemble, Kirche und Pfarrhof, stehen heute unter Denkmalschutz.