Bereits 1902 plante der Architekt Matthias Fakler an der Frauenstraße ursprünglich neun Doppelhäuser. Die Frauenstraße, damals eine Sackgasse, die im Westen endete und von der heutigen Ulmer Straße aus erschlossen wurde, sollte auf ihrer Südseite bebaut werden. Fakler griff bei den Entwürfen auf seine beiden zuletzt errichteten Häuser am Gleisweg zurück.
Dieser Standardgrundriss wurde etwas modifiziert, jedoch durch eine entscheidende Weiterentwicklung wesentlich verbessert: Im Dachgeschoss wurden nun Dachgauben aufgesetzt und dadurch die Licht- und Luftverhältnisse in den Dachkammern wesentlich verbessert. Zu dieser Zeit wurde in der Öffentlichkeit häufig über Fragen der hygienischen Verhältnisse in den Arbeiterwohnungen diskutiert, ein Thema, das wohl hier seinen Niederschlag gefunden hat.
Letztlich gebaut wurde am Ende der Straße ein größeres Einfamilienhaus als Wohnhaus für einen Beamten. Daneben in östlicher Richtung folgten sechs Doppelhäuser und an der Einmündung zur Ulmer Straße ein weiteres größeres Doppelhaus, das durch seine Gestaltung mit zwei Eckrisaliten entsprechend auffällt. Die Häuser wurden zusätzlich durch kleine Eingriffe in der Gestaltung ansprechender. Der Kniestock wurde zur Straßenseite hin in Sichtfachwerk ausgeführt, ebenso die Giebel der Dachgauben. Das Mauerwerk im Erdbeschoss wurde als unverputztes Sichtmauerwerk verschiedenfarbig gestaltet. Die Häuser entsprachen damit dem Zeitgeschmack und wirkten keineswegs wie „billige“ Arbeiterwohnungen.
Als in den 1990-er Jahren die Qualität der Häuser erkannt wurde, stellte man sie unter Denkmalschutz. Eine dazu von der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt entwickelte Gestaltungssatzung ermöglichte den Eigentümern entsprechende Änderungen vorzunehmen. Betroffen davon waren die Häuser im Gleisweg, in der Frauenstraße und in der Illerzeller Straße.










