Die Gastwirtschaft war jahrhundertelang der kulturelle und gesellige Mittelpunkt eines Dorfes. In Illerzell wird erstmals 1735 mit Jerg Kast ein Wirt genannt. Er betrieb eine Taverne südlich der Kirche. Von 1820 bis 1870 wurde dort auch Brot gebacken. Bäckerei und Wirtschaft war lange Zeit in einer Hand.
Als 1874 die Dorfwirtschaft abbrannte wurde sie sofort wieder auf- und nach und nach ausgebaut. 1926 wurde ein Saal angebaut und die Wirtschaft „Zur Traube“ wurde zur Heimat der Illerzeller Vereine und mit vielen Veranstaltungen endgültig zum Dorfmittelpunkt.
Als abzusehen war, dass die Tage der alten Wirtschaft gezählt waren, erstellte die Trachtenkapelle Illerzell 1964 ihr eigenes Vereinsheim am westlichen Dorfrand. Nachdem die „Traube“ 1969 endgültig ihre Pforten schloss, baute auch der Sportverein 1970 sein eigenes Vereinsheim neben dem Sportplatz.
Jetzt war die Dorfgemeinschaft vorübergehend zersplittert, konzentrierte sich aber eher auf das Musikerheim. Im Februar 1984 brannte das Sportheim ab und da das Musikerheim inzwischen für die Veranstaltungen des Dorfes zu klein war, beschloss man, neben den neuen Sportanlagen des Illertal-Gymnasiums ein gemeinsames Vereinsheim zu bauen.
1984 erfolgte der Spatenstich für das neue Heim der Vereine, 1986 wurde das Gasthaus „Zum Brückle“ in Eigenleistung fertiggestellt.
Der Sportverein hat seine Vereinsräume im Untergeschoss, die Trachtenkapelle ihren Proberaum im Erdgeschoss, Gastwirtschaft und Saal sind seither verpachtet.
1999 wurde das Dachgeschoss des Vereinsheimes vom Theaterverein „mundART Illerzell“ in Eigenleistung zum Proberaum ausgebaut. Seither sind drei Vereine in Illerzell unter einem Dach.
Der Landgasthof „Zum Brückle“ ist seit nunmehr 40 Jahren der neue kulturelle, gesellige und kulinarische Treffpunkt des Dorfes.
Die alte Wirtschaft „Zur Traube“ in der Dorfmitte, über 200 Jahre geselliger Treffpunkt des Dorfes, fiel im November 1989 einem Dachstuhlbrand zum Opfer. Die Brandruine wurde 1992 abgerissen. Heute steht dort ein Einfamilienhaus. Nichts erinnert mehr an die alte Wirtschaft, die so viel zu erzählen hätte.






