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[11] Anklamer Tor

Anklamer Tor
Über dem äußeren Torbogen sind Figuren der askanischen Stadtgründer Otto III. und Johann I. zu finden, die das Staatswappen von Mecklenburg-Strelitz einrahmen.
Anklamer Tor
Postkarte aus den 1970-er Jahren.
Anklamer Tor
Ansicht stadtseitig von 1962.
Anklamer Tor
Anklamer Tor, feldseitig ca. 1935.
Anklamer Tor
Anklamer Tor vom Pferdemarkt aus ca. 1930. Rechtsseitig Königstraße - Pferdemarkt Eckwohnhaus mit BP-Tankstelle und Autowerkstatt Walter.
Anklamer Tor
Nordseite 1910 ca.
Anklamer Tor
Das Tor Stadtseitig von der Königstraße aus, ca. 1910.
Anklamer Tor
Südseite von der Ringstraße aus ca. 1910.
Anklamer Tor
Feldseitige Ansicht ca. 1900.
Anklamer Tor
Feldseitige Ansicht von der Anklamer Chaussee aus, ca. 1900. Links die Mauerbögen des alten Friedhofes.
Anklamer Tor
Druck um 1860. Das Tor mit Brücke.
Steintor
Zeichnung, ca. 1860.

Beschreibung

Anklamer Tor (Steintor)

Mit dem Bau des Anklamer Tores, vormals Steintor genannt, wurde im Zuge der Errichtung der Stadtmauer, nach 1304, begonnen. Davon zeugt sein aus Feldsteinen gefügter Unterbau. Vollendet wurden die oberen Teile in Backstein in der Mitte des 14. Jh. Aus jener Bauphase stammt auch der vortorartig erweiterte Vorbau an der Feldseite. Der quadratische Torturm wird von Rundtürmen mit Kegelhelmen eingefasst. Der Torbau mit seinen zwei seitlichen Türmen erinnert an die Tortypen in Niedersachsen, Lübeck.

Das Anklamer Tor ist das älteste der drei Friedländer Stadttore. Im Jahre 1304 bekam die Stadt Friedland das Recht zugesprochen, die hölzerne Stadtbefestigung durch eine steinerne zu ersetzen. Nach 1304 erbaute man also das damals Steintor heißende Tor zusammen mit der Stadtmauer. Es wurde etwa um 1330 fertig gestellt. Der Torturm sicherte den Zugang zum Kavelpass, dem Grenzübergang nach Pommern. In seinem Aufbau erhält das Tor durch seine 3-fache Tordurchfahrt, seine gewaltigen Ausmaße und Mauerstärke einen bedeutenden Kampfwert.

Der Torturm mit spitzbogiger Durchfahrt in der Mitte ist in seiner ursprünglichen Anlage ein Quadrat. Die Funktion des Torturmes prägte seinen starken und betont wehrhaften Charakter. Der mehrgeschossige Torturm wird an der Stadtseite von zwei symmetrisch in der Querachse stehenden, gleichhohen kräftigen Rundtürmen an beiden Seiten flankiert. Sie erscheinen lose angelehnt und liegen in der Achse des Grundquadrats. Die Rundtürme wurden ursprünglich am oberen Abschluss mit einer vorgekragten Plattform mit Zinnen zur Aufstellung einer großen Turmarmbrust errichtet. Das aus Feldsteinen bestehende Untergeschoss bildete einen festen Abwehrblock.

Durch die Türme eingezwängt ist das schmale Torhaus zu fünf Stockwerken hochgebaut und von einem Staffelgiebel mit 5 Fialen (Türmchen) in gotischem Stil bekrönt. Es fehlen Zierrat und Beiwerk, einige flache Putzblenden genügten. Wahrscheinlich noch während des Baues wurde der Torturm nach der Angriffsseite durch den schmalen, weit vorspringenden, vortorartigen Vorbau zum Rechteck erweitert.

Durch seine ehemals dreifache Tordurchfahrt, die gewaltigen Ausmaße und die Mauerstärke besaß das Tor einen bedeutenden Kampfwert. Die Durchfahrt wurde feldseitig durch ein Fallgitter an der Außenseite der mittleren Zwischenwand gesichert. Die Führungen für das Gitter sind deutlich sichtbar und ziehen sich bis zur Hebehöhe des Gitters an beiden Seiten der Zwischenmauer. Davor befand sich ein Wassergraben mit einer Zugbrücke, wie die noch zu erkennenden Zapfenlöcher an den Pfeilervorlagen ausweisen. Wenn die Zugbrücke hochgezogen war, bildeten die beiden aus Feldsteinen gemauerten Untergeschosse einen festen Abwehrblock. Das Vortor war mit seinem Haupttor durch hohe Mauern verbunden. Im Jahre 1957 sind bei Streckenarbeiten vor dem Tor noch Fundamente zutage getreten. 

Aus der Wachstube spähen zwei dunkle Fenster wie wachsame Augen hinüber über den Kavelpass auf die Handels- und Heerstraße.

Die Feldseite ziert eine über der Durchfahrt angebrachte Wappentafel der mecklenburgischen Herzöge. Sie stammt aus dem 16. Jh. und wird von zwei Ritterfiguren flankiert. Die zwei Figuren sind die Stadtgründer Markgraf Otto III. und Johann I. Zur Gründungszeit hieß unsere Stadt noch Vredeland.

1995 wurde das Anklamer Tor zuletzt grundlegend restauriert.

 

J. Sch. Museum Friedland 2026