Brunnen auf dem Marktplatz
In die Wasserversorgung der Stadt wurde schon zu alten Zeiten eine Wasserkunst (künstliches Wasserbauwerk) einbezogen. Durch diese wurde vom Spring und einer Zisterne vor dem Burgtor Trinkwasser in hölzernen Röhren bis auf den Marktplatz geleitet. Bis 1839 stand auf dem Markt ein Bassin mit einer Skulptur aus Sandstein in deren Mitte. Sie stellte Neptun, den Gott des Wassers auf vier Delphinen dar. Die Skulptur steht bis heute im ehemaligen Hausgarten der Familie Michaelis, gegenüber des Volkshauses.
An den Marktecken gab es noch jeweils Standpumpen zur Wasserentnahme. An diesen Pumpen waren Bottiche auf Kufen stationiert, die im Falle eines Brandes in der Stadt von der Feuerwehr an den Brandort gezogen werden konnten, zur Löschwasserentnahme. Diese Bottiche waren immer mit Wasser gefüllt und es gab so manche Beschwerden der Bürgerschaft über üble Gerüche, die zeitweise von diesen Zubern ausgingen.
1839 musste der Neptunbrunnen einem neuen, als Löwenbrunnen gestaltet Wasserspender Platz machen. Gekrönt wird der neue Brunnen von einem gusseisernen Kandelaber.
Im Zuge der Straßenpflasterung 1860/61 wurde die alte Wasserkunst mit neuen eisernen Wasserleitungsrohren versehen. 1886 ließ die Stadt an der Woldegker Chaussee ein Wasserwerk erbauen, da die bisherige Quelle nicht mehr genug Wasser für die Brunnen am Markt lieferte. Gleichzeitig begann der Bau der städtischen Wasserleitung zu den Häusern der Stadt. Zu dieser Zeit waren in der Stadt noch 218 Privatbrunnen und 24 öffentliche Brunnen in Betrieb.
In den Jahren 1921/22 wurde in der 3. Ringstraße am Färbertor das neue Wasserwerk errichtet. Das Rohwasser wurde dem Mühlenteich entnommen und im Wasserwerk gefiltert und zu Trinkwasser aufgearbeitet. Zur Unterbringung des Vorrats- und Druckkessels diente der neu ausgebaute Fangelturm.
Nach dem II. Weltkrieg verschwanden nach und nach die Pumpen an den Marktecken. Der Löwenbrunnen ist baufällig geworden und wurde schließlich im Jahr 1964 umgebaut. Die Löwenköpfe und die Bottiche sind erhalten geblieben.
Im Zuge der Restaurierungsarbeiten des Marktes 1999/2000 fand auch eine Rekonstruktion des Löwenbrunnens auf dem Platz statt, wiederum unter Einbeziehung der historischen Löwenköpfe und der beiden Behälter. An den Marktecken wurden auch wieder säulenförmige Wasserspender aus Stein aufgestellt.
J. Sch. Museum Friedland 2026
































