Das Volkshaus der Stadt Friedland
Bis heute Veranstaltungsort und kulturelle Einrichtung, verbunden mit Friedland und einer fast 200-jährigen Tradition.
Im September 1834 kaufte der Gastwirt Karl Müller von der Stadt die Freifläche vor dem Pariser Tor, die sogenannte „Kemmpe". Dort errichtete der Gastwirt Müller, auf dem Platz der heutigen Kegelbahn, ein Gartenrestaurant im Pavillonstil mit der Bezeichnung Müllers Garten". 22 Jahre blieb diese Gaststätte im Besitz von Müller. 1856 erwarb der Gastwirt Karl Reckling das Grundstück, trat 1869 die Gastwirtschaft an den Glasermeister Will ab. Beide hatten Einfluss darauf genommen, das Theater- und Konzertleben in dem Restaurant zu entwickeln. Schon seit 1860 bestand dort eine Holzbühne, auf der in den Sommermonaten Veranstaltungen im Garten stattfanden.
1884 kaufte der Inspektor Wilhelm Bauer aus Lübbersdorf das gesamte Anwesen. Bauer ließ das gesamte Bauwerk niederreißen und ein neues an der Stelle errichten, wo das heutige Gebäude des Volkshauses steht. Das Café Bauer gehörte zu den schönsten baulichen Anlagen, es war das größte Gartenlokal der Stadt mit Konzert- und Theatersaal. Bauer errichtete 1894 noch eine Kegelbahn.
Im September 1900 übernahm der Serviermeister und Gastwirt Albert Haase, ein gebürtiger Friedländer, das gesamte Lokal noch unter der Bezeichnung „Café Bauer". Er nutzte die Gastwirtschaft 33 Jahre lang. Es wurde später als „Konzerthaus Haase" in der Stadt bekannt. Haase vergrößerte die Gaststätte durch den Anbau eines Wintergartens.
Anstelle der Kegelbahn wurde 1937 das Lichtspielhaus „Capitol" errichtet, dass nach 1990 seinen Betrieb einstellte, verfiel, ausbrannte und schließlich bei der 2. Rekonstruktion des Stadtkulturhauses abgerissen wurde.
Der angrenzende Tennisplatz bestand schon bei Wilhelm Bauer am Ende des 19. Jahrhunderts, wurde von Haase übernommen, gepflegt und ausgebaut. Auch heute noch wird der Platz nach gründlicher Rekonstruktion vom TSV 1814 e.V. (Sektion Tennis) der Stadt genutzt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde von der sowjetischen Stadtkommandantur befohlen, das verlassene Konzerthaus Haase wieder für die Öffentlichkeit für Kundgebungen und Tanzveranstaltungen zu nutzen. Im November 1945 fand im Haus die erste öffentliche Sportveranstaltung statt, auf der über die Bildung von Sportmannschaften in der Stadt beraten wurde.
Von Juli 1945 bis Juni 1947 stand das gesamte Anwesen in der Verwaltung der Mecklenburgischen Landesregierung unter dem Namen „Volkshaus". Diese Bezeichnung wurde bis 1967 beibehalten. Ab Ende 1954 war die staatliche Handelsorganisation (HO) Pächter des Hauses bis 1963. Ab 1963/64 übernahm der Rat der Stadt das Volkshaus in Verwaltung. 1967 wurde das Haus in „Stadtkulturhaus" umbenannt. 1968 übernahm die Stadtverwaltung Friedland das gesamte Stadtkulturhaus. 1989 wurde die Rekonstruktion des jetzigen Stadtkulturhauses am Wall beendet. Diese Rekonstruktion dauerte viele Jahre. Für die Ausführung der Arbeiten fehlten ständig die notwendigen Materialien und Investitionsmittel. Trotzdem war das Stadtkulturhaus vor und nach dem Umbau der kulturelle Mittelpunkt der Stadt.
In den Jahren 2000/2001 erfolgte eine erneute vollständige Rekonstruktion des Volkshauses. Hinter dem Volkshaus auf dem Hagedorn wurden außerdem großzügige Parkplätze für Busse und PKW angelegt.
J. Sch. Museum Friedland 2026
































