Pfarrkirche St. Nikolai (Ruine)
Älteste Kirche Friedlands, benannt nach dem Schutzpatron der Händler und Kaufleute. Feldsteinquaderbau aus der zweiten Hälfte des 13. Jh. Der Quadratische Turm weist drei Obergeschosse in Backstein und aufwendiger Blendengliederung auf. Die Fensternischen zeigen innen kuppelartige Kreuzrippengewölbe.
Der Baubeginn der Nicolaikirche ist bis zum heutigen Tage nicht geklärt. Ein vermuteter Vorgängerbau würde die erste Kirche auf dem Gebiet des heutigen Friedlands darstellen und wahrscheinlich zur slawischen Burganlage am Südwestende der Stadt gehören. 1452 wurde die jetzige Nikolaikirche erstmals in einer Urkunde genannt.
Der frühgotische, in Teilen noch romanische Feldsteinquaderbau bestand aus einem breiten gedrungenen Schiff mit gestrecktem eingezogenen Achteckchor. Der quadratische Westturm besaß drei Obergeschosse in Backstein mit aufwendiger Blendengliederung.
1529 baten sechs Bürger der Stadt Her-zog Heinrich V. um Überlassung der leerstehenden St. Nikolaikirche und Anstellung eines evangelischen Predigers.
Die Kirche brannte im Mittelalter mehrmals nieder, wurde aber immer wieder aufgebaut.
Im September 1760 kam es während des Siebenjährigen Krieges 1756-1763 auf dem Friedländer Feld zu einer Schlacht zwischen Preußen und Schweden. Die preußischen Truppen wurden geschlagen. Die bei diesem Gefecht gefallenen schwedischen Soldaten bestattete man auf dem Friedhof der Nikolaikirche.
Die Kirche hatte bis zu ihrer Zerstörung 1945 eine, 1805 vom Orgelbaumeister Sauer aus Frankfurt/Oder geschenkte vorzügliche Orgel. Das Altarbild stellte den in Gethsemane betenden Christus dar.
Im April 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, vermuteten die angreifenden Kräfte der Roten Armee Beobachter in der Stadt. Sie feuerten Granaten auf herausragende Ziele in der Stadt ab. Dabei wurde der Turm der Nikolaikirche getroffen und wurde beschädigt. Am darauffolgenden Tag wurde die Kirche gezielt von Sowjetsoldaten angezündet, sodass sie daraufhin bis auf die Umfassungsmauern und den Turm abbrannte.
Im Zuge von ABM-Maßnahmen in den Jahren 2002/2003 wurden die Umfassungsmauern und der Turm soweit gesichert.
Markt
Der Pferdemarkt an der Nikolaikirche war an den Markttagen nach der Marktordnung von 1909 vorgesehen zur Ausstellung von Pferden und Füllen sowie zum Remontenaufkauf für das Militär. Bis 1935 fanden auf dem Platz neben der Nikolaikirche diese Pferdemärkte statt. Daran beteiligten sich Händler aus verschiedenen Orten. Ab 1936 gab es in der Stadt keine Pferdemärkte mehr.
Slawische Siedlung
Durch ihre geographische Lage an der neu entstandenen Grenze zu Pommern sowie als Kreuzungspunkt wichtiger Handelsstraßen gewann die slawische Burg und Siedlung auf dem Territorium der heutigen Innenstadt Friedlands für die Askanier am Beginn des 13. Jahrhunderts militärische Bedeutung.
Slawische Siedlungsstrukturen finden sich im gesamten Stadtgebiet. Besonders auffällig ist dabei der Grundriss des Platzes an der Nikolaikirche (heute Pferdemarkt). Seine markante Form lassen die Vermutung zu, dass es sich hierbei um eine vorstädtische Angersiedlung um die Kirche handelt. Parallelen dazu gibt es in Rostock und Brandenburg auch jeweils um die Nicolaikirchen. Leider kann diese Annahme in Friedland aus archäologischer Sicht nicht eindeutig belegt werden. Aufschluss darüber könnten Ausgrabungen in der Nicolaikirche wie in deren unmittelbarer Nachbarschaft geben.
J. Sch. Museum Friedland 2026
































