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[25] Freibad Friedland

Freibad Friedland
Badebeckenbereich des Freibades.
Freibadjubiläum
Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum des Freibades an der Woldegker Chaussee.
Einweihung
Einweihung des Freibades nach der Modernisierung am 29. Juni 1996.
Modernisierung
Bauarbeiten im Freibad 1996.
Freibad - Zentrum der aktiver Naherholung
Kinderbecken in den 1980-er Jahren.
Freibad - Zentrum der aktiver Naherholung
Nichtschwimmerbecken in den 1980-er Jahren.
Einweihungsfeier
Einweihung und Anbaden im Freibad an der Woldegker Chaussee am 05. August 1975.
Freibad Bau
Bauarbeiten im zukünftigen Freibad an der Woldegker Chaussee.
Freibad am Mühlenteich
Freibad am Mühlenteich in den 1960-er Jahren.
Familienbad am Brink
Badebetrieb im neu erbauten Freibad am Mühlenteich um 1940.
Schwimmzeugnis
Freischwimmzeugnis von 1932, abgelegt im Mühlenteich Friedland.
Alte Badeanstalt
Die alte Badeanstalt an der Wassermühle um 1930.
Alte Badeanstalt
Die Sprunganlage der alten Badeanstalt um 1900.

Beschreibung

Friedländer Freibad an der Woldegker Chaussee

Seit rund 195 Jahren existieren verschiedene Freibäder in Friedland. Vor 90 Jahren wird das Familienbad am Brink, im Mühlenteich gelegen, erbaut. Ab 1975, also vor 50 Jahren, kann dann im neu erbauten Schwimmbad am Spring an der Woldegker Chaussee gebadet werden und letztendlich feiert das heutige Bad die 31. Badesaison seit der Wiedereröffnung nach der Sanierung im Jahre 1996.

Ende der 60er Jahre denkt man an die Errichtung eines neuen Schwimmbades. Ein Neubau soll im Rahmen des DDR-weiten Wettbewerbes „Schöner unsere Städte und Gemeinden – Mach mit!“ realisiert werden. Da der Mühlenteich von der Wasserqualität her nicht mehr als Badegewässer akzeptabel ist, wird für den Neubau ein neuer Platz gesucht. Im Jahr 1970 beginnt der Bau des Schwimmbades am Spring, an der Woldegker Chaussee. In den 70er und 80er Jahren avanciert das neue „Zentrum der aktiven Naherholung“ zum zentralen Objekt des „Mach mit!“ Wettbewerbes von Friedland. 

Mit einem großen Anbaden kann am 05. August 1975 die Aufnahme des Badebetriebes im neuen Schwimmbad gefeiert werden. Zuerst ist nur das Schwimmerbecken fertig. In den Folgejahren entstehen nach und nach weitere bauliche Anlagen: die Nichtschwimmer-, Sprung- und Planschbecken, das Sozial- und das Mehrzweckgebäude. Dazu die Wege und die Terrassen. Fünf Mitarbeiter halten das Bad am Laufen. 

Die „Wende“ im Jahr 1990 bringt auch für das Schwimmbad viel Unruhe und Veränderung. Neue Bestimmungen für den Betrieb eines Freibades, welche nach der Wiedervereinigung Deutschlands in Kraft treten, müssen umgesetzt werden. An eine erfolgreiche private Weiterführung des Schwimmbades ist nach reiflichen Überlegungen nicht zu denken und so verbleibt das Bad in der Trägerschaft der Stadt. Im Laufe des Jahres 1992 reift der Plan heran, das Schwimmbad grundlegend, mit Hilfe von Fördermitteln, zu sanieren. Eine Übergangsregelung, unter der das Bad betrieben wird, gilt nur noch für die Sommersaison 1994. Danach ist Schluss. Ende des Jahres 1994, kommt endlich der Bewilligungsbescheid über die Fördermittel für die Sanierung des Schwimmbades. 3,5 Millionen Mark sollen aus Schwerin kommen. Das sind 70 % dessen, was der Umbau kosten soll. Den Rest der Mittel muss die Stadt selbst aufbringen. 

Im Juli 1995 beginnt die grundlegende Sanierung. Die technischen Anlagen und die Becken werden komplett neu errichtet. Es entstehen nun eine 25 m Wettkampfbahn, ein Nichtschwimmerbecken und ein separater Kleinkindbereich mit Planschbecken und Kids-River. Eine moderne Wasseraufbereitungsanlage sorgt nun für eine hervorragende Wasserqualität in den Badebecken. Im Sanitärgebäude werden die Kasse, die Waschräume und der Umkleidebereich neu ausgebaut. Als besondere Attraktion entsteht die sieben Meter hohe und 50 Meter lange Riesenrutsche. Als weitere Besonderheit ist die Solaranlage zu nennen, welche auf dem Dach des Sanitärgebäudes installiert wird, und mit deren Hilfe man das Badewasser bei Sonneneinstrahlung erwärmen kann. Das Konzept des Schwimmbades Friedland beeindruckt sogar die Landesregierung, so dass das Kulturministerium noch weitere Gelder zum Bau einer Wärmehalle auf dem Freigelände zwischen dem Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken zu Verfügung stellt. Am 29. Juni 1996 kann nun das neue Schwimmbad mit einer großen Festveranstaltung wieder für den Besucherverkehr neu eröffnet werden. Der Bürgermeister der Stadt Friedland, Herr Wilfried Block und weitere Stadtvertreter weihen das Bad mit einem Rutsch von der großen Wasserrutsche ein. 

Das neu errichtete Schwimmbad wird schnell zu einem Besuchermagnet. Das gepflegte Ambiente und das saubere Wasser werden immer wieder von den Gästen gelobt und besonders Familien mit Kindern wissen die Sauberkeit und Sicherheit hier im Bad zu schätzen. 

Ende der 1990er Jahre kamen sehr viele Kinder und Jugendliche in Bad. Doch die jungen Leute gingen nach ihrer Schulzeit meistens weit weg. In unserer Region gab es zu wenig Lehrstellen und Arbeitsplätze. Kinder und Jugendliche wurden über die Jahre immer weniger und auch junge Familien mit Babys wurden seltener. Das Jahr 2000 brachte augenscheinlich eine Trendwende. Es werden wieder mehr Kinder geboren. Heute können wir ein bunt gemischtes Publikum bei uns im Freibad begrüßen. Familien mit Kleinkindern kommen, Großeltern mit Enkeln und auch Kinder und Erwachsene als Einzelpersonen. Doch auch einen Mentalitätswechsel kann man gerade bei den Jüngeren beobachten. Viele Kinder und Jugendliche sitzen bei schönstem Wetter zu Hause vor Computer und Konsole und gehen nicht mehr viel raus. 

Seit nunmehr 30 Jahren präsentiert sich unser Bad im neuen Gewand. In all den Jahren versuchen die Kommune Friedland und die Mitarbeiter des Schwimmbades das Bad in einem guten Zustand zu erhalten und für die Zukunft zu sichern. Dreißig Jahre sind schon eine lange Zeit. Einige der Badegäste, die als Kleinkinder sich im Planschbecken vergnügten, kommen heute als Eltern mit eigenen Kindern in das Freibad. 

Also kommt in das Bad am Spring und genießt einen schönen Tag mit Freunden und Familie im Freibad Friedland.

 

J. Sch. Museum Friedland 2026