Hagedorn Sportstätten
Im Mai 1876 hatte der Magistrat der Stadt dem Gymnasium den freien Platz auf dem Hagedorn für den seit 1870 obligatorischen Sportunterricht als neuen Turnplatz übergeben. Dieser Turnplatz war nach dem Vorbild des alten Turnplatzes eingerichtet worden.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es in unserer Stadt zur Gründung von eigentlichen Sportvereinen. Im August 1879 erfolgte die Gründung des Männerturnvereins Friedland. 1890 folgte der „Radfahrerclub 1890". Mitglieder des Vereins waren meist ältere Herren, die mehr Sinn für Geselligkeit und Vergnügen als für sportliches Training zeigten.
1895 wurde der „Athletenclub Eiche", ein Kraftsportverein, gegründet. Dieser Verein bestand bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges. Viele Mitglieder dieses Vereins waren Arbeiter der örtlichen Industrie und des Handwerks.
Seit 1896 gab es eigene Organisationsformen des Arbeitersports in der Stadt, von denen die „Freie Turnerschaft", der „Arbeiter-Fußballverein Vorwärts" und der „Ring- und Boxclub Roland" zu hoher Blüte gelangten. Im Jahre 1898 gründete sich auch der Radfahrerverein „All Heil 1898".
1905 gründeten einige begüterte Bürger der Stadt den „Tennisclub e.V.". 1925 erfolgte die Neugründung des Friedländer Kraftsportvereins. In den folgenden Jahren war Friedland eine Hochburg der Schwerathletik in Mecklenburg.
Zur Verbesserung der Sportmöglichkeiten wurde 1926 eine Turnhalle auf dem Turnplatz Hagedorn am Schusterwall erbaut.
Im August 1929 fand das Gauturnfest des Fritz-Reuter-Gauses der Deutschen Turnerschaft und gleichzeitig das 50. Stiftungsfest des Friedländer Männerturnvereins statt. Unter starker Beteiligung der Bevölkerung wurde dieses Fest auf der Sportstätte „Am Hagedorn" veranstaltet. Der Männerturnverein hatte zu diesem Zeitpunkt 346 Mitglieder.
Im Verlaufe des II. Weltkrieges richtete man in der Sportscheune am Hagedorn, einem Anbau an die alte Turnhalle, ein Außenlager des Stalag II a aus Neubrandenburg-Fünfeichen ein. Hier wurden Gefangene untergebracht. In der Turnhalle befand sich während des Krieges eine Produktionsstätte für Handgranatenzünder. Pfingsten 1945 spielten Kinder mit Resten dieser Zünder. Die Folge war, dass die Halle abbrannte.
Nach dem Ende des Zweiter Weltkrieges fand im November 1945 die erste öffentliche Sportveranstaltung im Konzerthaus Haase statt. Während der Veranstaltung beriet man über die Bildung einer Fußball- und Handballmannschaft für Friedland. Noch im gleichen Monat kam zum ersten Fußballvergleich einer Friedländer Mannschaft mit einer Neubrandenburger Auswahl. Dieses erste Spiel gewannen die Friedländer Fußballer mit 6:4 Toren.
Im September 1953 konnte der Wiederaufbau der alten Turnhalle mit ihrer feierlichen Einweihung beendet werden. Damit waren für die Stadt günstige Bedingungen für einen ganzjährigen Trainingsbetrieb der Sportgemeinschaften und Schulen geschaffen worden. Die Finanzierung des Wiederaufbaus erfolgte aus dem persönlichen Fonds des damaligen Staatsratsvorsitzenden der DDR Walter Ulbricht. Nutzer waren die Schulen und Sportvereine der Stadt.
Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden die einzelnen Sportvereine in Friedland zu einer einheitliche Betriebssportgemeinschaft (BSG) „Empor" zusammengelegt. 1967 bildete sich die bestehende BSG „Empor" in die BSG „Traktor" um.
Ende der 60er Jahre wurde die Sportstätte „Am Hagedorn“ erweitert und 1969 feierlich eingeweiht. Bis 1978 entstanden auf dem Gelände drei Turnhallen, davon zwei in Tonnenform.
Am 18. November 1993 wurde der TSV Friedland 1814 von Bundespräsident Richard von Weizäcker mit der „Sportplakette des Bundespräsidenten" in Rostock ausgezeichnet.
Anlässlich des 200. Geburtstages von F. L. Jahn im Dezember 1993 setzten die Friedländer Turner das Denkmal für Carl Leuschner vom alten Turnplatz zur Sportstätte Am Hagedorn um. Am Denkmal wurde eine dritte Platte angebracht mit dem Text: „Den ältesten Turnplatz Mecklenburgs errichtete Carl Leuschner 1814/15 im Norden der Stadt, nahe der Straße nach Schwanbeck. Dieses Denkmal wurde anlässlich des 200. Geburtstages von Friedrich Ludwig Jahn 1978 von dort zur ´Sportstätte am Hagedorn´ von den Friedländer Turnern umgesetzt". Der holzgeschnitzte Entwurf stammt von Wolfgang Barthel. Die Platte wurde in der Friedländer Eisengießerei Bentz gegossen.
1995 begannen die Vorbereitungen für einen Hallenneubau, da die beiden Tonnenhallen nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen entsprachen. Im Dezember 1997 wurde der Bau einer neuen Sporthalle Am Hagedorn vollendet. Eine zweite, kleinere Turnhalle folgte ebenfalls als Ersatz für eine der alten Tonnenhallen. Träger dieser Hallen ist die Stadt, Nutzer sind die Schulen und Sportvereine.
Im Neuen Friedländer Gymnasium wurde 2008 ein Traditionszimmer des Friedländer Sports eingerichtet, das die Sportgeschichte Friedlands dokumentiert. Am 18. März 2008 konnte in Anwesenheit des Innenministers des Landes Mecklenburg-Vorpommern, des Präsidenten des LSB und Persönlichkeiten des Kreises und der Stadt das neue Traditionszimmer übergeben werden.
Die Gestaltung des Traditionszimmers und der Anschauungstafeln auf dem alten Turnplatz von 1814 ist ein erster Schwerpunkt in der langfristigen Vorbereitung auf das Jubiläum „200 Jahre Sport in Friedland“.
Mit Hilfe von Fördermitteln können die Sportanlagen am Hagedorn aufwendig modernisiert werden. Im Jahr 2010 kann mit einem Ehrernanstoß der Kunstrasenplatzes durch den Innenminister MV, Lorenz Caffier, und Dr. Gröbe eingeweiht werden. 2011 kann der Hauptplatz mit der Leichtathletikanlage sowie der Skateboardkomplex übergeben werden. Zum 200-jährigen Gründungsjubiläum des TSV präsentieren sich die Sportanlagen so schön wie noch nie! Das Jubiläumsjahr 2014 wird mit einer Festwoche und vielen Aktionen rund um den Sport würdig begangen.
Der Sport und die Stadt Friedland sind fest miteinander verbunden. Rund 1000 Bewohner der Region sind Mitglied in einem der zahlreichen Sektionen des Sports in Friedland.
J. Sch. Museum Friedland 2026
































