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[1] Museum der Stadt Friedland

Museum in der Mühlenstraße
Fränkisches Traufenhaus, errichtet Mitte 18. Jh.
Ausstellung
Niederadel in Mecklenburg.
Waffenkammer
Schausammlung von der Steinzeit heute.
Schwarze Küche
Originale Schwarze Küche aus dem 18. Jahrhundert.
Museumseinweihung
Eröffnung des neuen Standortes des Museums am 06. Oktober 1984.
Museumsbau
Ausbau des Wohngebäudes in der Mühlenstraße 1 zum Museum 1984.
Museum im Tor
Neubrandenburger Tor mit Schild "Heimatmuseum" kurz nach dem II. WK.
Historische Ausstellung
Ausstellung im Neubrandenburger Tor.
Erste Sammlung
Erste gesammelten Objekte des neu gegründeten Museumvereines, gelagert im Turm der Marienkirche.

Beschreibung

Das Museum der Stadt Friedland wurde 1928 gegründet und fand sein erstes Domizil im Neubrandenburger Torturm. Seit 1984 findet man das Hauptgebäude mit den wichtigsten Ausstellungen in der Mühlenstaße 1. Der Fangelturm und die MPSB-Halle am Bahnhof gehören mit zum Ausstellungsbereich des Museums in Friedland und sind von hier aus besuchbar. 

Auf eine fast 100-jährige Geschichte kann das Museum der Stadt Friedland nun zurückblicken. Pläne, ein Heimatmuseum in Friedland aufzubauen, gibt es schon kurz vor dem ersten Weltkrieg. Doch der Ausbruch des Krieges und die schweren Jahre danach verhindern die Verwirklichung dieses Vorhabens. Erst im Jahr 1928 wird auf Initiative des Heimatbundes Friedland wieder an der Verwirklichung der Pläne zur Gründung eines Heimatmuseums gearbeitet. Durch Sach- und Geldspenden von städtischen Einrichtungen, Privatpersonen und Vereinen können innerhalb kurzer Zeit die erforderlichen Finanzmittel und Sachgüter zum Ausbau des Tores und der Ausstellung aufgebracht werden. Am 30. September 1928 findet die feierliche Eröffnung des Heimatmuseums im Burgtor statt. Die Ausstellung auf drei Ebenen präsentiert sich in dieser Zeit als eine vielseitige, heimatkundliche Schausammlung. 

Ab 1931 bis 1945 ist der Lehrer Dr. Karl Beyer der alleinige ehrenamtliche Betreuer des Museums. Die Ausstellung im Heimatmuseum können bis Juni 1944 besichtigt werden. Bedingt durch die Auswirkungen des zweiten Weltkrieges wird die Ausstellung beräumt und die Sammlung eingelagert. In den nun verwaisten Ausstellungsräumen im Neubrandenburger Tor bezieht die HJ ihr Hauptquartier. 

Als die Rote Armee am 28. April 1945 vor Friedland erscheint ist das Neubrandenburger Tor vermint und verbarrikadiert. Zwei Sowjetsoldaten sitzen ab und erkunden die Lage zu Fuß. Als sie den Torbogen passieren erschießt sie der aus Breslau stammende Kriminalsekretär Pude. Nach den Schüssen am Tor zieht sich die Rote Armee vom Tor zurück und rückt schließlich vom Hagedorn aus in die Stadt ein. Den am nachfolgenden Tag angezettelten Stadtbrand, bei dem 82 % der Innenstadt zerstört wird, übersteht das Neubrandenburger Tor nahezu unbeschädigt. 

Die Vermittlung eines neuen Geschichtsbildes und Heimatbegriffs hat nun in der Sowjetzone Priorität. Nach umfangreichen Aufbauarbeiten unter der Leitung des Lehrers Hagemann kann das Heimatmuseum am 14. August 1951 mit Schausammlungen verschiedenster Art wieder eröffnet werden. Wie im Besucherbuch vermerkt, erscheint die Sammlung sogar noch reichhaltiger und wertvoller als vor dem Krieg. Herr Hagemann leitet das Museum, führt die Besucher durch die Ausstellung, inventarisiert und pflegt den Bestand. Der Baukörper des Neubrandenburger Tores macht aber Probleme. Im April 1960 erfolgt die Schließung des Heimatmuseums wegen baulicher Mängel. Das Museumsgut muss umgelagert werden. Da das Neubrandenburger Tor sich nicht als Museumsgebäude eignet, gibt es 1962 Überlegungen, das Museum mit Stadtbibliothek in einem historischen Wohnhaus einzurichten. Mit Hilfe von Feierabendbrigaden wird dann doch das Neubrandenburger Tor und die nun zum Museum gehörige Fischerburg notdürftig ausgebessert. Im November 1972 kann die Ausstellung im Tor, nun unter der Leitung von Herrn Karl Spietz, wieder geöffnet werden. Da die grundsätzlichen Probleme mit der Bausubstanz des Neubrandenburger Tores nicht gelöst sind, wird im Kreistag 1978 beschlossen, das ehemalige Wohnhaus der Familie Kähler in der Mühlenstraße Nr. 01 aufzukaufen und dieses als neues Domizil für das Museum auszubauen. Das Gebäude wird im Rahmen der „Mach-mit“ Initiative von Handwerkern der Stadt Friedland und von Feierabendbrigaden in mühevoller Kleinarbeit als Museum ausgebaut. Bis in das Jahr 1984 hinein dauern die Ausbauarbeiten an. In diesem Jahr wird der bisherige Museumsleiter Karl Spietz 65 Jahre alt und kann nun nicht mehr als Museumsleiter eingesetzt werden. Besetzt wird nun diese Stellung durch Herrn Frank Erstling. Unter der neuen Leitung kommen die Ausbauarbeiten zu einem vorläufigen Abschluss. Die Eröffnung des neuen Hauses mit dem ersten Ausstellungsbereich „100 Jahre Eisenbahn in Friedland“ findet mit einem Festakt am 06. Oktober 1984 statt. 

Die Ausstellung wird ständig erweitert und ausgebaut. Neue Ausstellungskomplexe entstehen im Jahr 1986 „Von den Anfängen der menschlichen Besiedlung bis 1900“ und 1988 „1900 bis zur Gegenwart“. Unter der Federführung des Museums wird an der Herausgabe der „Friedländer Heimatblätter“ gearbeitet. 1989 erscheint das erste Heft dieser Serie. In den Folgejahren erscheinen dann noch bis in das Jahr 1995 hinein sechs weitere Hefte. Nachdem der Ausbau der Magazinräume im Anbau abgeschlossen ist, kann der Museumsbestand, der auf dem Dachboden des Haupthauses provisorisch eingelagert ist und der Bestand, der sich immer noch im Neubrandenburger Tor befindet, im neuen Magazin untergebracht werden. Die politische Wende 1990 und die darauf folgende Wiedervereinigung Deutschlands eröffnen auch für das Heimatmuseum Friedland neue Perspektiven und Möglichkeiten. Nach etlichen Schwierigkeiten in Bezug auf den zukünftigen Standort, beginnt 1993 der Aufbau der Ausstellungshalle für den Museumszug der MPSB am Bahnhof Friedland und bald darauf können die Schmalspurlok und die dazugehörigen Wagen hier einziehen. Auf dem Museumshof entstehen im Laufe der Jahre ein überdachter Brunnen, die neue Werkstatt mit Besuchertoilette, ein Töpfer- und ein Backofen und drei Schleppdächer. An und in den Gebäuden des Museums finden umfangreiche Ausbau- und Sanierungsarbeiten statt. Im Haupthaus entstehen neue Ausstellungsbereiche zu den Eisenbahnen mit Sitz in Friedland, zur Waffengeschichte, zum Niederadel in Mecklenburg und eine historische Schmiede in der unteren Etage. Als aktuellster Ausstellungsbereich entstand die Ausstellung zur Industrialisierung und zu den Eisenbahnen in Friedland neu. Der Museumsbestand und die Archive werden in jahrelanger Arbeit digital aufgearbeitet. 

Ausstellungsbereiche:

  • Ur- und Frühgeschichte der Gemarkung Friedland
  • Stadtgeschichte, von der Gründung der Stadt bis zur Gegenwart
  • Die originale „Schwarze Küche“ des Hauses im historischen Zustand
  • Eine Schmiede im Haus
  • Militaria, Entwicklung der Waffentechnik von den Anfängen bis zur Gegenwart
  • Niederadel in unserer Region
  • Geschichte der Eisenbahnen, besonders der Mecklenburg-Pommerschen-Schmalspurbahn. Dazu gibt es am Friedländer Bahnhof eine Ausstellungshalle mit den letzten in der Region erhaltenen Fahrzeugen der „MPSB“, Lok, Personenwagen, Güterwagen und Werkstattdraisine.
  • Industrialisierung in Friedland
  • Eine Freilichtausstellung auf dem Hofgelände unter zwei Fachwerkschleppdächern, mit einem originalen Brunnen aus dem 16. Jh., einem Backofen, einer Töpferwerkstatt mit Töpferofen, ein mit Muskelkraft betriebener Göpel, eine Stellmacherwerkstatt und eine Schmiede mit Feder­hammer 

 

J. Sch. Museum Friedland 2026