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[16] Mühlenteich mit Badeanstalten

Mühlenteich
Blick über den Mühlenteich zur Wassermühle.
Familienbad
Badgebäude am Mühlenteich in den 1960-er Jahren.
Familienbad
Badebetrieb im Familienbad in den 1960-er Jahren.
Sprungturm
Sprungturm der Badeanstalt am Mühlenteich, 1939.
Familienbad am Brink
Neu erbautes Familienbad am Mühlenteich, 1939. Im Fordergrund der "Mädchenstrand", oben der Bereich für die Jungen.
Badeanstalten
Die alten Badeanstalten an der Wassermühle, ca. 1935.
Strandfest
Strandfest am Mühlenteich 1908.
Mühlenteich
Blick über den Mühlenteich zur Wassermühle, ca. 1930.
Badeanstalt
Sprunganlage der alten Badeanstalt am Mühlenteich, ca. 1900.
Badeanstalt
Bootshebewerk vor der alten Badeanstalt 1895.
Mühlenteich
Der Mühlenteich um 1860. Blick zur Stadt. Kaum Bewuchs am Ufer des Teiches.

Beschreibung

Datze und Mühlenteich

Die Datze entspringt 15 km von Friedland entfernt der Datzeniederung. Bei Warlin befindet sich das Quellgebiet. Von dort aus fließt der Bach in Richtung Neubrandenburg und in entgegen gesetzter Richtung nach Friedland. Im Quellgebiet findet sich nur ein kleines Rinnsal, aber vor Friedland ist die Datze schon zu einem wasserreichen 10 m breiten Gewässer angewachsen. 

Um die Wasserkraft, für eine Wassermühle, nutzbar zu machen ist die Datze Mitte des 13. Jh. aufgestaut worden. Der heutige Mühlenteich ist eigentlich die aufgestaute Datze in ihrem ursprünglichen Verlauf. Um den Fluss stauen zu können musste ein gewaltiger Damm aufgeschüttet werden. Wegen des geringen Gefälles musste die Niederung mit den Mühlenwall, vom Eichenwall bis zum Neubrandenburger Tor und dem Chausseedamm vom Neubrandenburger Tor bis zur Kreuzung nach Woldegk, abgesperrt werden. Dabei musste auch die noch intakte slawische Burg, die sich bei der Wassermühle befand, zerteilt werden. Sobald sich der Mühlenteich gefüllt hatte konnte die Wasserkraft, die sich aus dem 3,50 m hohen Gefälle am Wehr ergab, genutzt werden. 

Auch konnte man mit dem Wasser aus dem Teich bei Gefahr, durch Angreifer, die Wallgräben und die Altermannswiese fluten. Das war die Aufgabe eines Archenmeisters. Direkt am Mühlenteich siedelten sich Fischer an, die den Fischreichtum des Gewässers nutzen konnten. Einen Zugang zum Teich hatten sie durch die so genannte Fischerburg. 

Nach 1900 verliert der Mühlenteich immer mehr Wasser durch Meliorationsmaßnahmen und damit auch seine ursprüngliche Bedeutung als Antrieb für die Wassermühle. Ein neues Wasserwerk entnimmt ab 1921 dem Mühlenteich Trinkwasser für die Stadt. Bis 1929 hat die Stadt Friedland die Staugerechtigkeit über die Datze und den Mühlenteich. Ab diesem Jahr übernimmt der Freistaat Mecklenburg-Strelitz die Verantwortung für die Regulierung der Wasserstände in und um Friedland. 

Der Pegelstand des Mühlenteiches wird weiter abgesengt, sodass die Wasserkraft nun endgültig als Antrieb für die Mühle ausfällt. Ab 1931 fließt die Datze in einem künstlichen Kanal nördlich am Mühlenteich vorbei und versorgt die damalige Stärkefabrik mit Wasser für die Produktion. Der Kanal trifft beim Wasserwerk hinter der Wassermühle wieder auf das alte Flussbett. Von hier aus fließt die Datze durch die Altermannswiesen und dann bald hinter der Stadt in den Landgraben. 

Heute sind die Datze und der Mühlenteich ein beliebtes Ausflugsziel. Die gut ausgebauten Rad- und Wanderwege laden zu Ausflügen oder Radtouren in die nähere Umgebung ein und der Teich bietet Vielen die Möglichkeit zum Wassersport und zum Angeln. 

 

Die alten Badeanstalten am Mühlenteich.

Ab dem Jahr 1814 beginnen Carl Leuschner, Conrad Carl Bülch und Heinrich Riemann mit dem Aufbau eines Turnplatzes und einer Turnerschaft in Friedland. Unter den ersten Sportarten, die von den Turnvätern eingeführt werden, ist auch das Schwimmen. Die ersten Schwimmübungen beginnen nach Eintragungen in das Turnalbum des Turnplatzes zu Friedland ab dem 21. Brachmond (Juni) 1819. In den Folgejahren wird das Schwimmen regelmäßig von Juni bis September betrieben. Um 1830 existieren schon zwei Badehütten. Generationen von Schülern erlernen hier das Schwimmen und erhalten das Freischwimmerzeugnis. 

In den Jahren vor 1935 wird das neue „Familienbad am Brink“ vom Reichsarbeits­dienst und von ABM-Kräften erbaut, dazu der Mühlenteich ausgebaggert und das Ufer be­festigt. Es gibt zwei separate Sandstrandabschnitte. Am östlichen Einstieg baden die Jungen und der westliche Bereich ist für die Mädchen reserviert. Das Kriegsende übersteht das Schwimmbad, im Gegensatz zur historischen Innenstadt, ohne größere Schäden. Nach dem Krieg wird das Strandbad unter der Regie der Stadt weitergeführt. Ende der 60er Jahre denkt man an die Errichtung eines neuen Schwimmbades. Ein Neubau soll im Rahmen des DDR-weiten Wettbewerbes „Schöner unsere Städte und Gemeinden – Mach mit!“ realisiert werden. Da der Mühlenteich von der Wasserqualität her nicht mehr als Badegewässer akzeptabel ist, wird für den Neubau ein neuer Platz gesucht. Im Jahr 1970 beginnt der Bau des Schwimmbades am Spring, an der Woldegker Chaussee.

 

J. Sch. Museum Friedland 2026