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[2] Museum-Aussenstelle: Fangelturm

Fangelturm
In der Turmstraße.
Fangelturm
Von der Ringstraße aus.
Turmstraße
Turmstraße mit Fangelturm 1979.
Turmstraße
Turmstraße mit Fangelturm 1920
Fangelturm
Blick über die Bahnhofsstraße zur Stadt mit Fangelturm und Marienkirche.
Fangelturm
Plan zum Ausbau des Fangelturmes vom 19. Januar 1909.
Fangelturmstumpf
Vor dem Ausbau 1909-11
Fangelturm Zeichnung
Fangelturm und Stadtmauer 1865.

Beschreibung

Der Fangelturm

Bei dem Friedländer Fangelturm handelt es sich um einen Mauerturm aus dem Anfang des 14. Jh. Der runde Schaft ist im unteren Teil aus Feldsteinen, im oberen aus Backsteinen gebaut. Er diente im Mittelalter als Kampfturm, Wachturm und das Untergeschoß wird von der Stadt als Verließ genutzt und es sitzen hier Gefangene ein. Dadurch erhielt der Turm auch seinen Namen. 

Der jetzige untere Eingang ist erst später, als der Turm nicht mehr als Gefängnis gebraucht wurde, eingebaut worden. Der eigentliche frühere Eingang befindet sich in ca. acht Meter Höhe. 
Bei einer Belagerung durch die Pommern im Jahre 1453 wird der Turm von einem zentnerschweren Stein, der von einer Bliede geschleudert wurde, getroffen und das Dach stürzt ein.
Nach der Einnahme der Stadt im 30-jährigen Krieg durch die Kaiserlichen Truppen, wird das Treptower Tor und der Fangelturm geschleift. Der Sockel des Turmes mit dem Kerker blieb stehen, bis in die Neuzeit. 
Im ersten Viertel des 19. Jh. werden die Reste des Treptower Tores abgetragen und die dabei gewonnenen Steine zum Bau des Wohnhauses des damaligen Bürgermeisters verwendet. Auch der Fangelturm wird für den Abbruch, an den Goldschmiedemeister B., verkauft. Auch er hat vor, die Steine zu gewinnen und sich ein Wohnhaus davon zu errichten. Nachdem der Goldschmied unter vielen Mühen und Opfern den Helm abträgt und nicht ein heiler Ziegelstein dabei gewonnen werden kann, erschießt sich der verzweifelte Käufer des Turmes am Fuße des selben, dort wo die Mauer an den Turm stößt. 
Anfang des 20. Jh. setzt sich ein neues Bewusstsein für die Baudenkmäler im Land und Stadt durch. Im großen Maßstabe werden Baudenkmäler erfasst und saniert. So auch die erhaltenen Anlagen der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Als einer der ersten Objekte wird der Fangelturm ausgebaut. Eine spätere Nutzung als Wasserturm erscheint sinnvoll. Das eigentliche neue Wasserwerk wird später, im Jahre 1921, am Wassertor bei der Wassermühle errichtet. In den Jahren 1910/11 wird der Fangelturm nun ausgebaut und erhält das heutige Aussehen mit dem Zinnenkranz und dem massiven Kegelhelm. Die originale untere Turmbasis bleibt erhalten.
Eine gründliche Sanierung wird in den Jahren 1996/97 durchgeführt. Nach dieser kann der Turm wieder als Aussichtsturm genutzt werden und steht nun in den Sommermonaten für den Besucherverkehr offen. Der Turm hat heute eine Höhe von 35 m. 142 Stufen führen zu seiner Aussichtsplattform, die auf 27 m Höhe liegt. 

 

J. Sch. Museum Friedland 2026