Stadt.Land.Kultur. > Friedland in Mecklenburg >

[8] Hospital mit Heilig-Geist-Kirche und Warmwasserbadeanstalt

Riemannstraße
Riemannstraße, rechtsseitig der Hospitalbereich.
Altersheim
Altersheim in den 1980-er Jahren.
Heilig-Geist-Kapelle
Ausgebrannte Heilig-Geist-Kapelle um 1950.
Bürgerhospital mit Fischerburg
Hospitalgebäude links in der Kaiserstraße (Riemannstraße) 1910.
Bürgerhospital mit Kaiserstraße
Blick aus der Fischerburg Richtung Marienkirche 1910.
Bürgerhospital
Bürgerhospitalgebäude mit Heilig-Geist-Kirche und Neubrandenburger Tor 1910.
Bürgerhospitalgebäude mit Heilig-Geist-Kirche
Bürgerhospitalgebäude in der Hospitalstraße 1900.
Bürgerhospital mit Fischerburg
Hospitalgebäude links und die Fischerburg in der Kaiserstraße 1901.
Warmwasserbadeanstalt
Im Bereich des Bürgerhospitals an der Stadtmauer. 1900 ca.

Beschreibung

Die Heilige-Geist-Kirche wurde bereits 1366 in einer Urkunde genannt, wurde aber im 17. Jahrhundert als Kornboden genutzt. Sie war mit drei Armenhäusern verbunden: dem reichen Heiligen Geist, dem armen Heiligen Geist und dem Armenhaus. Im ersteren waren vier, in den beiden anderen neun Frauen untergebracht.

Im Mai 1695 brach ein Feuer in der Stadt aus, dass neben etlichen Bürgerhäusern die Heilige-Geist-Kirche zwischen Burgtor und Fischerburg nebst den dazu gehörenden Hospitalhäusern zerstörte. Im Juni 1695 wandte sich der Vorsteher des Hospitals zum Heiligen Geist an Herzog Gustav Adolf von Mecklenburg-Güstrow mit der Bitte, dem Hospital die nur im Innern ausgebrannte, in den Mauern aber noch stehengebliebene Heilige-Geist-Kirche zu überlassen. Sie sollte zu einem Hospitalhaus umgebaut werden. Dieser Bitte wurde vom damaligen Landesherrn entsprochen.

Ein neues „Heilige-Geist-Hospital" - Gebäude wurde 1854 an der Hospitalstraße erbaut.

Im Jahre 1868 erhielt ein Friedländer Maurermeister den Auftrag, ein neues Hospital mit Hospitalgarten an der Kaiserstraße, an der Fischerburg, zu errichten. 

Hier lag auch die 1882 eröffnete Hospitalbadeanstalt am Wall zwischen Fischerburg und Neubrandenburger Tor. 

Mitte der 1920er Jahren baute die Stadt die Hospitalbadeanstalt in eine städtische Warmbadeanstalt um.

Beim Einmarsch der Roten Armee im April 1945 wurde die Stadt niedergebrannt. Dabei fiel auch die ehemalige Kapelle zum Heiligen Geist dem Brand zum Opfer. Nur die Umfassungsmauern und der Giebel blieben erhalten. Um die Straße aus dem Neubrandenburger Tor teilweise herauszuleiten wurde die Kirchruine 1953 abgerissen und die Straße einseitig über das ehemalige Hospitalgelände umgeleitet. 

Der gesamte Komplex des ehemaligen Bürgerhospitales gehört heute zum Seniorenwohnpark am Neubrandenburger Tor, mit dessen Ausbau im Jahre 1999 begonnen wurde.

 

J. Sch. Museum Friedland 2026