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Es ist wieder geöffnet!

31. May 2020
Fritz-Reuter-Literaturmuseum

Unter Corona- Bedingungen waren es erstaunlich viele Besucher, die am Internationalen Museumstag – zumeist aus der näheren und weiteren Umgebung – in das Fritz-Reuter-Literaturmuseum kamen. Rechtzeitig wurden die notwendigen Auflagen umgesetzt, und die Besucher hielten sich mit viel Verständnis an die Regeln. Dabei bekam auch die Sonderausstellung über Daniel Sanders endlich die verdiente Aufmerksamkeit. Noch sind alle bisher geplanten Veranstaltungen ausgesetzt, wir prüfen aber erste Ideen für Umsetzversuche unter Corona- Bedingungen.

Der eigentliche „Star“ aber war die Museumstür, die kurz nach zehn Uhr übergeben wurde und durchschritten werden konnte. Interessierte Besucher und Museumsfreunde waren der Einladung gefolgt. Freude und Stolz waren den Museumsmitarbeitern deutlich anzumerken. Ihr Dank galt der Reuterstadt mit ihrem koordinierenden Bauamt, stellvertretend genannt sei Christina Michael, dem Gutachter Dietmar Gallinat und dem Tischler Rainer Nohl aus Briggow.

Die Stavenhagener Museumstür ist nicht nur eine Visitenkarte des Hauses. Sie ist – trotz des später angebauten Balkons – sein bestimmendes Zierelement. Sie ist als seltenes Original und Objekt alltäglicher Benutzung eine unmittelbare Verbindung bis in die Kindertage Fritz Reuters. Und sie ist darüber hinaus ein besonderes Zeugnis der Stadtgeschichte.

Mindestens 15 Farbschichten wurden abgenommen. Die Tür strahlt wieder in der Farbigkeit der Zeit um bzw. vor 1800. Die vielfachen dunklen Überstreichungen des 19. und 20. Jahrhunderts sind einem hellen Grau gewichen, das auch die schönen Rokoko- Elemente besser zur Geltung kommen läßt. Allein das Oberlicht setzt sich, in der Art eines Fensters ganz in Weiß gehalten, noch einmal ab.

Das historische Rathaus und seine originale eicherne Eingangstür sind stolzer Beleg der „zweiten Stadtwerdung“ Stavenhagens im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Das Wachsen des Fleckens war mit gesteigertem Selbstbewusstsein und nach Wirren und Kämpfen mit der Neueinführung der Selbstverwaltung verbunden. Um den Platz „nicht zu verunzieren“ konnte dem Amt der Bauplatz für einen massiven Rathausbau abgerungen werden. Mit seinen neun Achsen durchaus beeindruckend, wuchs es zwischen 1783 und 1788 empor, in der Zeit des Frühklassizismus noch sehr dem Spätbarock verbunden. Gerade weil es nicht der neuesten Mode der großen Städte entsprach und auch die schöne Eingangstür eher ein Rückgriff auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts war, steht und stand es für Status, Kraft und Beständigkeit, nicht ohne einen Hauch mecklenburgischer Gemütlichkeit.

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