Station: [720] Das Buch für alle - die Bibel als Massenware

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250 Jahre nach Gutenberg entsteht in Halle an der Saale der erste etwa 1300seitige Stehsatz zur massenhaften Verbreitung eines bestimmten Buches: der Bibel. Lesekreise in Städten und Dörfern auch außerhalb von Kirchen und Schulen führen zu Frömmigkeit, Religiosität und Alphabetisierung. Die Bibel wird zum Schul- und Familienbuch. Bis zum Jahre 1800 sind etwa 6 Millionen Luther-Bibeln gedruckt.

Die zweite Jubelfeier der Reformation 1717 steht nicht so sehr im Zeichen des Gegensatzes zwischen evangelisch und katholisch. Zwei inner-protestantische Strömungen ringen miteinander: Pietismus und Aufklärung - Frömmigkeit und Vernunft stehen sich gegenüber.

 

Auf der Rückwand sehen Sie eine Vergrößerung des Papier-Leporellos aus der Schraubtalerdose (719). Sie ist handgemalt zum Jubiläum "100 Jahre Augsburgisches Bekenntnis" am 25. Juni 1630 mit dem Bildprogramm der lutherischen Reformation:

Erste Reihe: Kurfürst Johann von Sachsen und Landgraf Philipp von Hessen als Mitunterzeichner des Augsburgischen Bekenntnisses 1530, dazwischen Martin Luther.

(1) "Thesenanschlag" in Wittenberg am 31. Oktober 1517, (2) Ablassbrief, (3) Kardinal Cajetan fordert 1518 von Luther: Widerrufe! (lat. Revoca), (4) Leipziger Disputation 1519 zwischen Dr. Luther und Dr. Eck, (5) Kirchenbann durch Papst Leo X. 1520, (6) Luther verbrennt die Bannandrohungsbulle 1520, (7) Luther vor Kaiser Karl V. auf dem Reichstag in Worms 1521, (8) Luther verdeutscht 1521-1522 das Neue Testament auf der Wartburg als Junker Jörg, (9) Luther übersetzt die ganze Bibel 1522-1534, (10) Übergabe des "Augsburgischen Bekenntnisses" an Kaiser Karl V. auf dem Reichstag in Augsburg 1530, (11) Der Verfasser Philipp Melanchthon (?) im vermittelnden Gespräch mit verschiedenen Mönchsorden: Kapuziner, Franziskaner, Dominikaner, (12) "In alle Land" - die Reformation breitet sich aus: Vertreter verschiedener Nationen sitzen zusammen an einem Tisch mit der "Augsburgischen Confession" (A.C.) in der Mitte.

Geldmuseum der Dt. Bundesbank Inv. 0609/89