Station: [933] Prinz Asfa-Wossen Asserate aus Äthiopien

  • Bibelhaus Erlebnis Museum

Die uralte äthiopische Kultur hat noch lange die Kaligrafische Kunst der Herstellung von Heiligen Schriften geübt. Aus dem 20. Jahrhundert sehen wir in dieser Vitrine ein persönliches Exemplar eines äthiopischen Gebetsbuches für Prinz Asfa-Wossen Asserate, Mitglied der kaiserlichen Familie von Äthiopien. Äthiopien ist eines der ältesten christlichen Nationen. Im Gespräch mit einer Studentin, deren Familie aus Eritrea stammt, erklärt Prinz Asfa-Wossen Asserate, dass ursprünglich die Überlieferung biblischer Geschichten durch Bilder geschah. Um das Jahr 600 entsteht die äthiopische Bibel in eigener Sprache und Schrift. Prinz Asfa-Wossen Asserate hat in Frankfurt studiert, als 1974 in Äthiopien eine Revolution den letzten Kaiser von Äthiopien stürzte. Ein umwälzendes Ereignis für ihn persönlich. Das äthiopische Kaiserhaus pflegte einen besonderen Bezug zur Bibel: Sein Großonkel Kaiser Haile Selassie von Äthiopien führt sich in direkter Linie auf den biblischen König Salomo und seine Verbindung zur Königin von Saba zurück. Kaiser Haile Selassie galt daher afrikanisch-stämmigen Jamaikanern als Messias, als Davids-Sohn: so entstand der Kult der Rastafaris. Denn Haile Selassie hieß bei seiner Geburt Rastafari Makonnen. Seit etwa 200 Jahren gibt es auch in Äthiopien Bibeln in den gesprochenen Sprachen des Landes, wie Amaharisch oder Tigrinya. Der moderne Staat umfasst auch Gebiete mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung. Tragisch ist der Konflikt mit dem Küsten-Staat Eritrea, der seit 1991 unabhängig ist.