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Zwischen Nationalismus und Globalisierung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben sich die europäischen Großmächte die Welt in Kolonialreiche aufgeteilt. Eifrige Missionare bringen die Bibel in jeden Winkel der Welt, häufig mit wenig Verständnis für die Einheimischen. Der Nationalismus führt in den Weltkrieg 1914-18.

Zum Beispiel entscheidet sich die Französische Kirche in Frankfurt am 8. Oktober 1916 zum Sprachenwechsel: auch in der Kirche Deutsch statt - wie bisher - Französisch.

Das 400. Reformationsjubiläum 1917 feiern die Deutschen mitten im Krieg alleine. Die kaiserliche Regierung im Deutschen Reich nutzt die Gestalt Martin Luthers für Durchhalte-Parolen im Ersten Weltkrieg.

Mit Berufung unter anderem auf hässliche Zitate von Martin Luther verfolgt die Diktatur Hitlers (1933-1945) Jüdinnen und Juden in Europa, das biblische Volk. Unter dem Eindruck und aufgrund der Mitschuld an diesem maßlosen Verbrechen besinnen sich die Kirchen spät auf einen jüdisch-christlichen Dialog.

Nach den beiden Weltkriegen in Europa zerfallen die Kolonialreiche der europäischen Großmächte. Weltweit entdecken die Völker Freiheit und Unabhängigkeit. In einigen Ländern haben die Kirchen der einheimischen Bevölkerung Anteil an dem Aufbruch zur Selbstbestimmung.