Station: [693] Briefe Luthers


Brief Luthers an Spalatin; lateinisch; aus Frankfurt; geschrieben am 14. April 1521

Brief Luthers an Lucas Cranach d. Ä.; deutsch; aus Frankfurt; geschrieben am 28. April

Luther bleibt auf dem Hinweg nach Worms eine Nacht in Frankfurt Er schreibt dort einen Brief an seinen Kollegen Spalatin. Der Brief zeigt, unter welchem Druck Luther vor diesem Ketzerprozess steht. Er ist zum Äußersten bereit.

Aber Christus lebt! und wir wollen nach Worms kommen allen Pforten der Hölle und Fürsten der Luft zu Trutz...Andere Briefe habe ich weiter nicht schreiben wollen, bis ich erst selbst gegenwärtig sehe was zu tun: daß wir den Satan nicht etwa aufblähen, den wir vielmehr zu schrecken und zu verachten willens sind.

In Frankfurt trifft er Vertreter wichtiger Familien der Stadt (von Eysseneck, von Holzhausen und andere), die 1524 die Reformation in Frankfurt durchsetzen.

Der Brief an Spalatin gehört zur Sammlung des Fürsten Georg III. von Anhalt-Plötzkau (1507-1553), heute im Bestand des Landeshauptarchivs von Sachsen-Anhalt in Dessau.

Auf der Rückreise vom Reichstag in Worms kehrt Luther am 27. April 1521 für eine Nacht im Gasthof Zum Strauß in der Frankfurter Buchgasse ein. Sein Besuch in Frankfurt ist erneut ein öffentliches Ereignis. Am anderen Morgen schreibt Luther einen Brief an Lucas Cranach, in dem er sein Versteck auf der Wartburg andeutet:

Ich lasse mich eintun und verbergen, weiß selbst noch nicht, wo...Es muss eine kleine Zeit geschwiegen und gelitten sein: Ein wenig sehet ihr mich nicht, und aber ein wenig, so sehet ihr mich, spricht Christus.

Um 10 Uhr reist Luther nach Friedberg ab.

Der Brief Luthers an Cranach aus Frankfurt am Main ist als Abschrift von einem Mitarbeiter Luthers, Georg Rörer (1492-1557), erhalten.