Station: [695] Marburger Neues Testament (Martin Luther)

  • Bibelhaus Erlebnis Museum

Gedruckt auf Anordnung des Landgrafen Philipp von Hessen vom 17. Mai 1528

1529; Marburg: Franziskus Rhode; Folio; Evangelische Kirchengemeinde Hopfgarten

In jeder Kirche der Landgrafschaft Hessen liegt auf Anordnung des Landgrafen Philipp ab 1529 ein Neues Testament auf Deutsch. Es ist ein Nachdruck "in großen Buchstaben" von Luthers Übersetzung, ohne dass dabei sein Name genannt wird.

Dieses Neue Testament ist ein Beispiel für die rasche, flächendeckende Verbreitung der Lutherübersetzung. Die Pfarrer sollen aus der deutschen Bibel "singen und lesen". Jeder "Arme", so der Landesherr, der sich ein solches Buch nicht leisten kann, soll in jedem Ort in der Kirche ein Neues Testament finden, um darin zu lesen.

Die deutsche Bibel gehört zum modernen Bildungsprogramm des Landgrafen. Philipp von Hessen (1504-1567) ordnet in der Reformation seinen großen Herrschaftsbereich neu. Er gründet die Universität Marburg und viele Schulen. Da es sich um eine Bibelausgabe des täglichen Gebrauchs handelt, gibt es nur noch ganz wenige  Exemplare dieses bemerkenswerten frühen Nachdrucks der Lutherübersetzung, die die Jahrhunderte überdauert haben.