Station: [935] Martin Luther übersetzt die Bibel

  • Bibelhaus Erlebnis Museum

Wie kam es zur Verdeutschung der Bibel durch Martin Luther? Im unteren Teil der Vitrine können Sie Luthers Weg von der Auseinandersetzung mit Papst und Kaiser bis hin zu seinem Aufenthalt auf der Wartburg an vier Beispielen der Reformationszeit verfolgen. Zwei Schriften zeigen die Auseinandersetzung mit Papst Leo dem Zehnten Medici. Nach dem Bann 1520 versucht Luther den Papst mit seiner Schrift "Von der Freiheit eines Christenmenschen" zu überzeugen. Das gelingt ihm nicht. Auf der Wartburg schreibt er zum Neujahr 1522 einen bissigen Kommentar zur Bannbulle Leos. Sie erreicht den Papst nicht. Er war am 21. Dezember 1521 verstorben. 1521 lädt Kaiser Karl V. Luther zum Reichstag in Worms. Aus der Stadt Lich zwischen Wittenberg und Worms stammt eine Notiz: auf einem so genannten "Furierzettel" ist vermerkt, dass ein "Doctor Lutter mit 3 Pferden" zu Gast im Marienstift ist. Andere Namen auf dem hier gezeigten Original sind als Teilnehmer des Reichstages in Worms bekannt. Es ist eines der wenigen Zeugnisse von Luthers Weg zwischen Wittenberg und Worms. Auf dem Rückweg von Worms verschwindet Martin Luther. Er ist in seinem Versteck auf der Wartburg. Eine Übersetzung des gesamten Neuen Testamentes hat er dort noch nicht geplant. Zunächst macht er sich an die Arbeit, biblische Abschnitte für die Sonn- und Feiertage um Weihnachten zum Gebrauch in den Kirchen für die Pfarrer zu verdeutschen und zu erklären. Im Vergleich dieser Verdeutschungen mit der dann kurz darauf angefertigten Übersetzung des gesamten Neuen Testamentes kann man verfolgen, wie Luther am Bibeltext arbeitet. Die Vitrine oben zeigt den Weg zur Übersetzung der hebräischen Bibel. Entscheidend ist die Grammatik von Johannes Reuchlin aus dem Jahre 1506 - die Grundlage für eine christliche Übersetzung der hebräischen Bibel. Erste Verdeutschungen der Psalmen von Martin Luther sind zu sehen. Luther äußert häufig, dass er die Hebräische Sprache liebt. Einige seiner Schriften zeigen aber, dass er das hebräische Volk hasst. Der Judenhass der Reformatoren wirft einen Schatten auf diese Zeit. Sie sehen Luthers erste Judenschrift von 1523 und eine Hetz-Schrift des Reformatoren Martin Bucer aus dem Jahr 1529.